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das Thierchen dem Eindrucke der Furcht und des Schreckens so ganz unnöthig nachgab. Als die Spinne die Hand er­reichte, welche Ferdinand mittlerweile vom Netze zurück­gezogen hatte, gerieth sie in die äußerste Bestürzung. Wild rannte sie hin und her, hierhin, dorthin, bis an die äußer­sten Spitzen der Finger, und bog sich sogar mit halbem Leibe über den Rand derselben hinweg, mit den weit vor­gestreckten Bordcrfüßen nach dem ersehnten Gewebe ihres Netzes suchend und tappend. Ein kleines Weilchen ließ Fer­dinand sie in der Angst schweben; dann, um sie nicht scheu zu machen, hielt er den Finger dicht an das Netz, und mit einem Sprunge saß die Spinne darauf und stürzte mit dem nächsten in ihre sichere Höhle, aus welcher sie aber gleich nachher ihren Kopf und die langen Vorderbeine weit wieder heraus streckte.

Manche Minute war bei diesem Spiele dem armen Fer­dinand vergangen, ohne daß er, nur mit der Spinne be­schäftigt, dabei seiner elenden, bedauernswürdigen Lage ge­dacht hätte. Er fühlte sich so leicht und, frei und heiter, wie noch nie seit seiner strengen Gefangenschaft, und niit ge­rührtem Herzen dankte er Gott, daß er ihm durch diese Spinne, eines von den Geschöpfen, die er sonst verachtet und wohl gar bei vorkommender Gelegenheit gelödtet hatte seinen düstern Kerker erheiterte. Von jetzt an beschäftigte er sich täglich und stündlich mit seiner kleinen Freundin. Unzählige Male wiederholte er den Versuch, sie durch Pfei­fen an sich zu locken, und machte sie dadurch endlich so zahm, daß sie auf den ersten Ruf aus ihrer Höhle heroor- kroch und vertraulich auf seiner Hand herumspazierte. Selbst den mürrischen Kerkermeister rührte das zutrauliche Beneh­men der Spinne, und auf Ferdinands Bitte brachte er ihm von Zeit zu Zeit ein paar Fliegen mit, die der Freundin zur Speise vorgeworfen wurden. Diese Nahrung behagte ihr so wohl, daß sie immer größer und munterer wurde, und zugleich immer dreister und vertraulicher gegen Fcrdi-