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uand, der es sich nicht nehmen ließ, sie eigenhändig zu füttern. Die Spinne war sein Trost, seine Erholung, seine Zerstreuung — die Spinne söhnte ihn mehr und mehr mit seinem traurigen Schicksale aus, und vielleicht würde er sich ganz an dasselbe gewöhnt haben, wenn nicht die Spinne es gewesen wäre, die ihm endlich die Befreiung aus seinem schrecklichen Kerker verschaffte.
Die Spinne? fragt Ihr. Ja, die Spinne, die erst Ferdinands Arzt war, indem sie die Wunden heilte, welche die Verfolgung der Menschen und sein Leichtsinn ihm geschlagen hatte, und nun auch sein Befreier werden sollte, ohne freilich, wie sich das von selbst versteht, die Absicht oder nur eine Ahnung davon zu haben.
Eines Abends kam wie gewöhnlich der Kerkermeister, um seinem Gefangenen Brod und Wasser zu bringen. In der letzten Zeit war er mit demselben ganz freundlich geworden, und nicht selten geschah es sogar, daß er ein Stündchen in freundschaftlichem Gespräch mit ihm verplauderte, was er anfänglich, wo Ferdinand, beherrscht von Kummer und Betrübniß, ihn ohnehin zurückstieß, niemals gethan hatte. Auch heute beabsichtigte er, dem Gefangenen ein wenig Gesellschaft zu leisten, war aber nicht wenig erstaunt, als er denselben laut schreien und jammern hörte, so laut und gellend, daß die kläglichen Töne selbst durch die eisenbeschlagene feste Thür hindurch drangen. „Nun, was gibt's denn da wieder?" dachte er, und öffnete schnell die Thür. Ein trauriger Anblick bot sich ihm dar. Ferdinand lag auf der Erde und schluchzte und weinte, daß es zum Erbarmen war.
„Was giebt's?" fragte der Kerkermeister. „Was ist Euch geschehen?"
Ferdinand gab keine Antwort, sondern deutete nur nach der Ecke, wo seine Freundin, die Spinne, ihren Wohnsitz aufgeschlagen hatte, und mit Schrecken bemerkte der Kerkermeister, daß die Spinne verschwunden und das Netz

