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geduldig schritt er in Armands Zimmer auf und ab und wünschte die Rückkehr seines Freundes herbei. Es schlug ein Uhr — er kam noch nicht. Unvorsichtig der Warnungen Armands vergessend, trat Ferdinand mehrere Male an's Fenster und blickte auf die Straße hinaus, um zu sehen, ob sich die ersehnte Gestalt des Freundes noch immer nicht zeigen wolle. „Es ist doch unrecht, mich so lange warten zu lassen!" murmelte er vor sich hin, ohne die Schwierigkeiten zn bedenken, welche Armand möglicherweise, zu Erlangung eines Passes namentlich, zu überwinden haben könne. „Wenigstens will ich sehen, ob ich mir nicht irgend etwas zum Essen verschaffen kann! Ah, da schräg gegenüber ist ein Speisehaus. Wie leicht, hinüber zu schlüpfen, schnell ein paar Bissen zn verzehren, und dann mit einem Sprunge über die Straße zurück zu sein."
Gedacht, gethan! Aber als er die Treppe hinunter lief, fielen ihm die Warnungen Armands denn doch schwer auf's Herz. Jedoch: wer sollte ihn denn wohl gleich kennen, da er ohnehin so wenige Bekannte in Paris hatte? Armand war wirklich zu ängstlich. „Thorheit!" murmelte Ferdinand — „Thorheit, in diesem großen Paris so furchtsam zu sein. Ich will ja auch nur ein paar Minuten ausbleiben!"
In der That war im Grunde nur wenig zu befürchten. Nicht allein, daß es wie ein Wunder erscheinen mußte, wenn Ferdinand einem Bekannten begegnete, der ihn ja ohnehin schwerlich verrathen haben würde — es kam noch hinzu, daß die lange Kerkerhaft sein früheres Aussehen so ganz verändert hatte, daß er sich selbst kaum im Spiegel erkannt hatte und ein Fremder ihn also gewiß noch viel weniger erkennen mochte. Diese Gründe waren es. die Ferdinand zu gestatten schienen, seinen Vorsah auszuführen. Schnell huschte er über die Straße, trat in das Speisehaus, ließ sich zu essen geben, und verzehrte mit dem besten Appetite von der Welt das einfache Gericht, welches er sich bestellt

