mit den Verbrechern gerieth, als selbst früher. Dies Alles versenkte ihn in eine so tiefe Traurigkeit, daß er mehr als je den Tod herbeisehnte, der allein, wie er meinte, ihn von seinen bitteren Leiden würde befreien können.
Der Unglückliche! Er vergaß, daß droben über den Wolken Einer über die Schicksale der Menschen wacht, die er oft durch Schmerz und Trübsal ihrem wahren Heil und Glück entgegenführt. Gerade das schlimmere Loos, dem sich Ferdinand neuerdings unterworfen sah, sollte das Mittel werden, seine Erlösung aus der verpesteten Atmosphäre seiner Umgebungen herbeizuführen.
Etwa vier Wochen waren seit dem Tage verstrichen, an welchem man Ferdinand auf die Galeere geschickt hatte. Sie kamen ihm vor, wie eben so viele Jahre. Die Galeere ruderte an der Küste von Portugal entlang, in der Absicht, dem mittelländischen Meere zuzusteuern. Der Tag war glühend heiß, und die Strahlen der Sonne brannten wie feurige Pfeile auf die Häupter der unglücklichen Ruderer, welche ihnen ohne Schutz preisgegeben waren. Obgleich ihnen der Schweiß in Strömen von der Stirne troff, trieb der Kapitän doch unaufhörlich zu angestrengterem Rudern, und die klatschenden Hiebe des Aufsehers bewiesen unge- mein schlagend, daß es dem Kapitän mit seiner Eile sehr ernst war. In der That hatte er auch Ursache dazu — denn im fernen Westen thürmten sich schwere dunkelgraue Wolken wie Gebirge über einander, und alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß ein Sturm im Anzüge und seinem Ausbruche vielleicht schon ganz nahe sei.
„Rudert, Bursche! Rudert, und laßt die Arme nicht so faul am Leibe herunterhängen!" brüllte der Kapitän von Zeit zu Zeit, während er immer ängstlichere und besorgtere Blicke nach der westlichen Himmelsgegend warf.
„Peitsche die Kanaillen, Franyois! Beim heiligen Ne- pomuk, wir sind alle Kinder des Todes, wenn wir nicht bald den Hafen erreichen! Frisch, Jungen, frisch! Laßt's

