könne, stieg wohlgemut hinein, dachte aber natürlich nicht daran, daß auch noch ein Zauberspruch, von kleinen, nackten, folgsamen Kindern gesprochen, dazu gehöre, um den Schirm dazu zu be stimmen, Dienste zu leisten als Schiff Kaum war der Schirm mit seinem Inhalt vom Ufer, da kenterte er. Der Exekutor wurde plötzlich aus seinen süße» Träumen von Reichtümern gerissen und er fiel plumps kopfüber in's Wasser, der Schirm aber flog flugs zur lachenden Sonne empor. Unser Dieb jedoch wurde jedesmal, wenn er dem Ertrinken nahe war, von einem riesigen Fisch, unter dem Gelächter aller übrigen Tiere, schwnpps, in die Höhe gehoben und so lange über Wasser gehalten, bis er wieder Luft genug hatte, um von neuem eine Zeit lang unter Wasser leben zu können, dann aber wieder, schwapps, in's Wasser fallen gelassen, bis er flehentlichst und schon halb tot bat, ihm das Leben z» schenken. Auch versprach er, aus vollem Herzen ein guter Mensch z» werden; da auf einmal kam denn auch der Adler, hob ihn aus dem Wasser und trug ihn an's Land. Als nun der Gerettete festen Boden unter seinen Füßen fühlte, rief er: „Ich danke Dir, gütiger Gott, für meine Rettung, ganz gewiß will ich nun ein guter Mensch werden. — Und wirklich, unser armer geplagter Exekutor hielt Wort. Er verwaltete sein Amt von nun an ganz gerecht und mild und ward nicht nur ein ehrlicher guter Mensch, sondern auch mit der Zeit noch ein ganz gern gesehener, und das war doch das allerbeste Wunder, welches sich an ihm vollzog, wofür er dem Geschicke aber auch nicht weniger Dank schuldig war, als er es für Geld und Reichtum gewesen wäre.
Die Familie Hein lebte lange und in Freuden, und wenn Vater, Mutter und Kinder nicht schon längst gestorben sind, dann leben sie heute noch, und wenn der Schirm noch nicht bei der Sonne angekommen ist, fliegt er heute noch, und wenn ihr Kinder recht gut, brav und fleißig seid, erzähle ich ferner noch viele schöne Märchen.

