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so das ganze Haus. Keiner von den Seinen saß viel auf den Kirchenbänken im Jahr. An jenem Sonntag Morgen erbaute er sich im Tempel der Natur durch folgendes Selbstgespräch:Wie glücklich bin ich doch! Ich habe Alles, was ich wünsche, was ich begehre, ich kann gehen, wohin ich will, thun, was mir gefällt; Niemand hat mir zu befehlen; ich bin mein eigner Herr. Ich habe eine angenehme Wohnung, Geld genug, eine gute Frau, vortreffliche Kinder! Was will ich mehr!" Dieses Gespräch erinnert freilich stark an den Erbauer der Scheune, zu dem der Herr sagte: Du Narr u. s. w., oder an die zu Laodicea (Offenb. 3, 17). Diese Gedanken waren ihm bei heiterem Wetter geworden, welches allerdings auch sein Behagen aus dem Spazier- gange zu erhöhen schien; aber plötzlich schlug das Wetter um; ein tüchtiger Regenschauer zeigte ihm zunächst, das; ibm einstweilen doch etwas fehle, ein guter Regenschirm nämlich. Deshalb flüchtet er in das nächste Gebäude es ist eine Kirche. Er will in der Vorhalle stehen bleiben, aber der Küster hat ihn bemerkt, führt ihn aus lauter Höflichkeit und wider seinen Willen auf eine der vordersten Bänke. Er hat's selbst erzählt, er sei dahin gekommen, er wisse nicht, wie? Der Pastor liest gerade den Text, 1. Cor. 6. 19, 20:Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott und seid nicht euer selbst. Denn ihr seid therier erkauft. Daruni so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes."

Es war, als wenn ein Donnerschlag sein Ohr getroffen hätte.Welche Sprache ist das? Wo bat der Mensch diese Worte her? Sollte so etwas wirk­lich in der Bibel stehen?" Das waren seine Gedanken. Und die Auslegung treibt den Stachel, gegen den er löckern will, ihm nur noch tiefer in's Fleisch. Er geht voll Angst aus der Kirche, kommt nach Hause, erzählt, was ihm begegnet und verlangt eine Bibel. Aber ini ganzen Hause ist keine zu finden, es wird eine in der Nachbarschaft geliehen. Seitdem ist er aber jeden Sonntag in die Kirche gegangen und

hat Frieden gefunden. Und weil er's nun verstanden hat, daß er nicht sein eigen sei, und darum auch nicht, wie ehedem, sich selber leben dürfe, so ist er Secretair einer Missions -Hülfsgesellschaft geworden und hat seine Zeit, seine Kraft und seine Habe in den Dienst des Herrn gestellt.

15. Jim Tick. Tic beste Rache.

Wollt ihr, lieben Kinder, lernen Böses mit Gutem vergelten, so hört die Geschichte vom Negerknaben, Jim Dick, die uns ein Mann erzählt, der sie selbst erlebt hat: Jim Dick wohnte nicht weit von mir in meinen Knabenjahren. Ich und einige meiner Spiel­genossen gingen oft mit ihm um, und suchten den armen schwarzen Knaben zu ärgern, indem wir ihn Neger",schwarzer Mohr" nannten, und mit anden, Spottnamen schimpften. Der arme Junge schien sehr gekränkt dadurch und ging dann immer bald hinweg. Einst im Winter wollten wir Schlittschuhe laufen, und da meine Schlitffchuhe zerbrochen waren, ging ich zu Jim Dick, und bat ihn, mir die scinigen zu leihen.O ja, die will ich dir recht gerne geben", antwortete er freundlich. Als ich sie ihm wieder­brachte, saß er am Feuer in der Küche, seine Bibel vor sich, in der er las. Ich dankte ihm für seine Gefälligkeit, und indem er die Schlittschuhe von mir nahm, sagte er mit Thränen in den Augen zu mir: Du wirst mich doch nicht wiederschwarzer Mohr" schimpfen?" Das sagte er in so freundlichem, sanftem Tone, daß mir diese Worte zu Herzen gingen; ich brach in Thränen aus und nahm mir vor, nie wieder einen armen Schwarzen zu schimpfen.

Aus dieser Geschichte könnt ihr lieben Kleinen vieles lernen. 1) Erlaubt euch nie beleidigende Namen. 2) Kränket nie Jemanden, das ist albern und gemein. 3) Spottet nicht, weder über Junge noch Alte, das ist lieblos und sündhaft. 4) Habt die Lahmen, Blinden oder Krüppel nicht zum Besten, das ist grausam und schlecht. 5) Verachtet Keinen wegen seiner Hautfarbe oder Leibesgestalt; wir sind, wie uns Gott erschaffen hat; und wer den Geringen verachtet, der lästert seinen Schöpfer.