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dann werden sie ungefähr so lang wie ein Arm, und so dick wie ein Bein." Das hörte der Nachbar freilich etwas ungläubig an, und dem Leser wird's nicht anders gehen. Aber im Scherz liegt oft eine tiefe Wahrbeit. Ich weiß einen Zauberspruch, der sich nicht blos; beim Säen des Wurzelsamens, sondern bei jeglicher Saat, ja sogar beim Beginn eines jeden Werkes sehr wirksam erweist, rind damit ist es kein Scherz, sondern volle Wahrheit. Der Leser wird es erfahren, wenn er's nur versuchen will. Der Spruch aber, in welchem solche .«rast liegt, steht Eol. 3, 17 und heißt:Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott dem Vater durch ihn."

20. Sei reinlich und ordentlich.

Ein wohlhabender Kaufmann erzählte, wie er sein Vermögen der Reinlichkeit und Ordnungsliebe seiner Mutter zu verdanken habe.In nieinem sechsten Jahre starb inein Vater und bintcrließ meiner Mutter nichts, als mich und meine zwei Schwestern. Sie suchte mit ihrer Nadel so viel zu verdienen, als nöthig war, um uns anständig zu erhalten was ihr auch gelang, ich begreife nicht wie aber Gott der HErr segnete sie. Oft hatten wir nichts als trockenes Brod, das aber, durch Hunger gewürzt, und durch das immer schneeweiße Tischtuch einladend war. Eines Abends, nachdem sie für ihre hülflosen Kinder so ernstlich gebetet hatte, daß selbst die Engel hätten weinen mögen, theilte sie ihr einziges Stück­lein Brod in drei Stücklein und legte sie auf unsere Schüssel ich schlich mich um den Tisch an sie heran, legte mein Stück vor ihr bin und wollte eben sagen, daß ich nicht hungrig sei, als ein Thränen- strom aus ihren Augen hervorbrach, und sie mich an ihre Brust drückte, und sich mit mir wie mit einem Freunde unterhielt; dann betete sie und ich mußte ihr geloben, den Herrn Jesum zu lieben mein Lebelang.

Bald darauf stand in der Zeitung, es werde ein Laufbursche gesucht. Ohne warten zu müssen, bis meine Kleider erst ausgebessert waren, denn meine Mutter hielt sie immer in größter Ordnung, wenn auch mehr als ein Flicken daran zu sehen war, so sahen sie doch immer anständig aus; meine Schuhe mußten immer geputzt, mein Haar immer gekämmt sein, ich mußte mich auch der höchsten Reinlichkeit befleißigen. Also ohne zu warten, schickte mich Meine Mutter hin, ob ich die Stelle bekommen könnte. Wie klopfte mir das Herz, als ich an das Haus kam, ich faßte aber Muth und trat ein. Der Kauf­mann sagte mir, es sei eben ein anderer Knabe dagewesen, den er wohl nehmen möchte. Ich wurde aber doch genommen, zuerst als Laufbursche, dann als Handlungsdiencr, späterhin als Theilnehmcr am Geschäft und nach seinem Tode hinterließ er mir das ganze Geschäft und Waarenlager rc. Die Ursache, warum er mich dem andern Knaben vorzog, war, wie er mir nachher sagte, mein reinliches, ordent­liches Aussehdn gewesen, bei dem andern Knaben hatte er bemerkt, daß er seine Weste nicht gehörig über einander geschlagen habe."

Kinder, seid reinlich und ordentlich, aber nicht nur äußerlich, sondern auch im Herzen. Denn wie die Menschen auf das Aeußere sehen, so sieht der Herr auf das Herz. Darum betet stets: Schaff in mir GoU ein reines Herz. Suchet mir diesen Spruch in eurer Bibel so wie auch den: Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen, und lernet sie auswendig.

21. Gläubige Kinder sind stärker als ungläubige Männer.

Ein Reisender verirrte sich in einem Walde, ein Gewitter ereilte ihn und knechtische Furcht quälte ihn. In einer kleinen Entfernung trieb ein Knabe eine Heerde Rinder und sang:Meinen Jesum laß ich nicht." Das Gewitter wurde heftiger, die Blitze - glichen einem Feuernieere und die Erde erbebte von der Gewalt des Donners. Ein furchtbarer Schlag fiel in der Nähe und spaltete eine Eiche. Aengstlich