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Kornfelder, keine Mühlen und Bäckerläden, hart und ärmlich ist ihr Leben. Wobt uns, wenn wir den Segen, den wir haben, erkennen und dankbar sind für das tägliche Brod.

55. Ein Fluchcr von einem Kinde beschämt.

Eine Dame fuhr mit ihrem 45 jährigen Sohn auf der Eisenbahn. Ein Herr, der in dem Wagen saß, bat sich aus, das Kind auf seinen Schooß nehmen zu dürfen; das Kind blickte die Mutter an, ob es dürfe, und sprang freudig auf den ihm an­gebotenen Sitz. Der Mann gab ihm Zuckerwerk und war sehr gütig, als er aber zu siuchen anfing, glitt der Knabe unbemerkt auf den Boden und eilte zu seiner Mutter. Der Fremde bot alles auf, den Knaben wieder für sich zu gewinnen, und fragte, warum er vor ihm fliehe?Weil", versetzte der Knabe mit einer Thräne im Auge,ich es nicht hö­ren mag, wenn Sie so fluchen." Der Fremde versprach, nicht mehr zu fluchen, um das Kind wie­der auf seinen Schooß zu bekommen. Der Knabe ging wieder zu ihm, aber nicht mit der Freude, wie Anfangs. Das schmerzte den Fremden. Die Mutter hatte mit dem Kinde am Morgen den 1. Psalm gelesen.

56. Die Fledermaus.

Es war im Frühling an einem lauen, duftigen Mondscheinabend, als Herr Hohmann mit seiner Gattin und seinen Kindern in der Laube saß, um vor dem Schlafengehen noch den süßen Duft des blühen­den Jasmin recht in vollen Zügen zu genießen.

Da flatterten plötzlich zwei Fledermäuse in die Laube. Die Kinder schrien laut aus vor Furcht. Nun, was ist Euch? Fürchtet Ihr Euch vor diesen kleinen Nachtschwärmern?" sagte der Vater.

Ja, wahrlich! Wenn sich eine in mein Haar hinge, ich würde, glaube ich, toll werden!" rief die kleine Emma schaudernd.

Dummes Zeug, wer hat Dir das weiß gemacht?" sagte der Vater.Aber wart: ich will sehen, ob ich eine Fledermaus fangen kann, und sie Euch dann zeigen. Geht einstweilen ins Zimmer und laßt die Gasflammen brennen!"

Die Kinder beeilte» sich, den Befehl zu befolgen; ihre Furcht war aber keineswegs beseitigt. Doch waren sie voll Neugierde, denn noch nie hatten sie eine Fledermaus bei Licht und in der Nähe gesehen.

Der Vater hatte inzwischen sein Taschentuch bereit gehalteu, und es gelang ihm wirklich, ein solches Thier in der Laube zu fangen. Er kam damit ins Zinimer.

Da, seht!" er hielt das kleine Thier an den Flügeln ausgespanntwelch' ein wunderbares Geschöpf! Seht, diese Haut zwischen ihren Beinen dient ihr zum Flattern. Seht, wie grimmig der kleine Knirps die Zähne bleckt! Er thut es wohl mehr aus Furcht, denn er kann uns damit nicht wehe thun, er ist zu schwach. Aber wisset, dieses häßliche Tbicrchcn ist der trefflichste Wächter unserer Blütbenbäume und Blumen. Es vertilgt die schädlichen Schmetterlinge gründlich, die uns mit ihrer abscheulichen Brüt, den gefräßigen Raupen, wohl jede Freude verderben würden. Wir wollen daher dieses Thier in Ehren kalten, denn es ist um so nützlicher, je häßlicher es aussieht.

Damit ließ der Vater das Thier los, welches sofort eiligst deu Weg ins Freie suchte.

57. Was man von den Ameisen lernen kann.

Timur, der gewaltige Mougvlcnkaiser, war der Sohn ganz armer und geringer Leute. Statt sich dessen zu schämen, pflegte er vielmehr sich seiner geringen Herkunft zu rühmen.

Einst bewirthete er niehrere fremde, mächtige Fürsten und erzählte ihnen, wie arm er ehedem gewesen.

Aber wer unterrichtete Dich, daß Du ein so gewaltiger Monarch werden konntest, vor dem die Völker der Erde sich neigen?" fragte ein fremder Fürst.