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mit dem Schnabel. Die Störche wurden aufmerk­sam; sie flogen aber nicht davon, sondern wendeten sich alle nach dem Häuflein Knaben, denen der Lehrer befohlen hatte, die Vogel nicht zu verscheuchen, und so standen sich beide Gesellschaften, einander betrachtend, gegenüber, als freuten sie sich beiderseits des ungewohnten Anblicks.

Ist es nicht, als wollten uns diese langbeinigen Gesellen zurufen:Ja, schaut nur recht, denn über ein Kleines, so werdet Ihr uns nicht mehr sehen!" sagte ein Schüler.

Ja, du hast recht," entgegnete der Lehrer ;sie gehen dahin in ein unbekanntes Land. Aber sie scheinen uns auch die trostreichen Worte zuzurufen: Trauert nicht, weil wir scheiden müssen, denn nach langer Trennung folgt gewiß das Wieder­sehen!"

53. Wer Gott liebt, der liebt mich seinen armen Mitmenschen.

Karl Gut, ein frommer Bürgersohn, hatte Soldat werden und mit in den Krieg ziehen müssen. Da sah er viel Jammer, den er nicht zu lindern vermochte, denn der Krieg bringt nur Elend für Sieger und Besiegte. Eines Tages hatten Karls Kameraden weit marschiren müffen, bis sie ins Quartier kamen. Die müden, hungrigen Soldaten erstaunten aber nicht wenig, als ihnen der Bauer bei der Ankunft auf feinem Hofe sagte:Kartoffeln und Brod ist da, aber Fleisch, Eier und alles Andere habe ich nicht mehr; die vor Euch kamen, haben mir Alles genommen." Da ergrimmten die Soldaten; einige begannen den armen Mann zu mißhandeln, ein anderer aber zog den Säbel aus der Scheide und sagte:Wo ist der Stall? Ich will eine Kuh niederstechen, da wird es nicht an Fleisch fehlen!" Zum Glücke der armen jammernden Bauersleute kam Karl herein, der sich ein wenig verspätet hatte. Dieser sah mit einem Blick, was vorging, und rief:Halt, Kameraden, ich will Euch bald zufrieden stelle». Setzt Euch ruhig und Ihr sollt Alle satt werden! Du" sagte er

zum Bauermache schnell Feuer an, und Du" redete er die Frau freundlich ansieh, ob die Kühe noch nicht Milch geben. Wenn du aber welche hast, so bringe sie in die Küche." Der Bauer und die Frau eilten schnell, den erhaltenen Befehl zu erfüllen, und als sie das Zimmer verlassen hatten, sprach Karl zu seinen Kameraden:Wir wollen vor- lieb nehmen nüt dem, was da ist! Ein anderes Mal ist's besser!" Die Soldaten schwiegen beschämt und die Kartoffeln mit heißer Milch schmeckten ihnen besser, als sie gedacht hatten.

Karls schönster Lohn waren die Blicke der Dank­barkeit, die aus den Augen der armen Bauersleute und ihrer Kinder auf ihn leuchteten.

54. Sei dankbar.

Nun, meine lieben Kinder, sagte ein Kinder­freund, der mehrere Kinder um sich hatte, seid stille, ich will euch etwas zeigen; ich habe Bilder, die nicht nur euren Augen gefallen, sondern euch Gu­tes lehren werden. Er unterhielt sie erst mit einer magischen Laterne. Die Stube war dunkel, nur ein Schein vom Lichte der Laterne drang ein, in welchem die Bilder zurückstrahlten in allem Glanz chrer Farben, roth, Purpur, gelb und grün. Da, sagte er, ist eine morgenländische Wüste, so weit das Auge reicht, kein Baum, keine Quelle, noch ir­gend ein Strom; da ziehen einige Reisende hin, die drei Tage ohne Wasser sind, und ihr sehet, wie einer verdurstend hinsinkt auf dürren Sand. O! es ist ein schrecklich Ding, vor Durst zu sterben! Wasser ist oft so wenig geachtet, und alle die, welche an Flüssen, Bächen und Quellen wohnen, Brunnen und Wassers genug haben, wiffen nicht, welche Wohlthat das ist, und sind nicht dankbar genug, ja danken oft gar nicht dafür, ob sie gleich wissen sollten, daß sie keines Wassertropfens werth sind.

Nun zeigte er ihnen einen afrikanischen Wald; einige arme Schwarze gruben sich Wurzeln, andere sammelten wilde Früchte an den Bäumen, um nicht vor Hunger zu sterben; denn sie haben keine