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opferten, um Gott zu versöhnen; sie wußten und fühlten wohl, wie oft und wie viel sie jeden £ag sündigten, wie G ott aber keine Sünde leiden kann, sondern sie bestrafen muß. Nun brachten sie Ihm das Beste, was sie hatten, die zartesten und schönsten Lämmer der Heerde, die besten Früchte des Feldes
— damit ihnen Gott gnädig wäre und freundlich auf sie niedersühe. Wir sündigen auch alle Tage
— Gott kann unsere Sünde auch nicht leiden; müssen wir denn irun auch so opfern, wie Kam und Abel, um Gott zu versöhnen?" — Ein Kind antwortete: „Nein, das brauchen wir nicht." „Warum nicht?" fragte' ich. „Weil wir den lieben Heiland haben," antwortete das Kind. „Ja wohl," erwiederte ich, „wir brauchen keine Opfer zu bringen, um Gott zu versöhnen; Christus hat das gethan und sich selbst zum Opfer für uns gegeben. Aber nun sollen wir aus Liebe zu Ihm gern und willig Ihm Alles geben, was wir haben, das Beste und das Liebste. Aber wie machen wir es, um dem lieben Heiland etwas zu schenken, Er ist ja nicht mehr hier, Er ist aufgefahren gen Himmel und sitzt nun zur rechten Hand Gottes?" Da antwortete mir eins der kleinen Mädchen: „Wir stecken es in die Büchse."
Ja, lieben Kinder, wenn ihr den Heiland lieb habt und wollt Ihm gerne etwas schenken: Steckt's nur in die Büchse; in eine Büchse, wo für die armen Heiden oder für andere arme Leute gesammelt wird. Das will der Herr Christus so ansehen, als hätten wir's Ihm selbst in die Hand gedrückt.
77. Tic Dorfschule.
Kennst du das Dorf Bachfeld am Fuße des Brumcrberges? Es hat eine prächtige Lage, eben so ruhig und still als schön. Wir wandelten oft am lieblichen Büchlein und standen bei dem großen Rade der alten Mühle, um den Wasserfall mit dem schneeweißen Schaum zu beobachten. Am Ende des Dorfes ist eine Quelle, die unter einer Hecke entspringt; ein Nußstrauch hängt darüber. Nicht weit davon ist eine Pflanzschule voll junger Pflanzen
und Bäumlein, daninter auch Fichten, Myrthen, Lorbeeren rc. Wir fanden diese Quelle und diese Pflanzschule sebr schön; schöner aber, viel schöner schien uns eine andere Pflanzschule am obern Ende des Dorfes bei den 4 Ulmen. Diese Quelle und Pflanzschule die wir meinen, ist die Dorfschule. Mehrere Besuche in derselben belehrten uns, welch eine Quelle des Segens eine tüchtige Schule für eine ganze Gemeinde werden könne.
Vor einigen Jahren war Bachfeld nicht, wie es jetzt ist. Die Kinder waren wild, roh und halsstarrig, der Sonntag war ein Tag der Schwelgerei und der Lustbarkeit; ein guter, nüchterner und treuer Dienstbote war nicht zu finden. „So schlecht wie Bachfeld," war sprüchwörtlich, jetzt hört man das nimmermehr. Was hat Bachfeld so verändert? Was anders, als die Dorfschule? Die Schule bildete gute, weise und gottesfürchtige Leute. Man lernte beten und wurde gestärkt zum Guten. Kurz, die Schule war ein Segen für Nachfeld. Nur der alte Pächter Bromberg war gegen dieselbe. Er sagte: „Sprecht mir nicht vom Lernen. Was bat der Baucrjunge und das Milchmädchen nüt Büchern zu thun? Ich will keine trägen Faullenzer um mich haben, die über ihren Büchern liegen, wenn sie arbeiten sollen." Nachdem aber der alte Bromberg Dienstboten bekam, die die Schule besucht hatten, und er sah, daß sie viel fleißiger, treuer und besser waren als die vorigen, die nichts gelernt hatten, so fing er an, die Schule mehr als irgend Jemand im Dorfe zu loben.
78. Klugheit kanil auch im Unglück helfen.
Anna und Luise mußten jüngst bei Nacht zu einer nahewohnendcn Tante gehen, bei welcher die Mutter, die sie am Tage besucht hatte, etwas Werth- volles liegen gelassen. Da begegneten sie einer ihnen sehr wohlbekannten blinden Frau, welche in einem irdenen Kruge Waffer geholt hatte und in der andern Hand eine Laterne mit einem brennenden Lichte trug. „Ei gute Mutter Doris, Ihr
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