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Erstes Kapitet.
Die Flucht im Walde.
Am 16. oder 17. Oktober des Jahres 1806 sah man auf einem holprigen, zerfahrenen Waldwege, der in die Schluchten und Thäler des Harzgebirges führte, ein Wägelein langsam einherrollen. Der Schimmel, welcher vorgespannt war, augenscheinlich ein edles und schönes Thier, schritt nur mühsam vorwärts, und seine Kräfte waren fast bis aufs Aeußerste erschöpft. Trotzdem, daß der Wind scharf und schneidend von den Bergen herunter wehte, bing doch ein Schweißtropfen an jedem Haare seiner Mähne, und das arme Thier keuchte bei jedem Schritte, den es vorwärts that. Von Zeit zu Zeit blieb es stehen, schüttelte mit dem Kopfe, blickte fast bittend mit seinen großen Augen den Lenker an, der neben ihm herging, als ob es fragen wolle: „Habe ich denn noch nicht genug gethan? Siehst du es denn nicht, daß ich todtmüde bin und kaum noch vorwärts kann? Wirst du mir nicht endlich wenigstens eine Stunde Ruhe gönnen? mußte dann aber doch nach kaum minutenlanger Rast wieder vorwärts schreiten und sich durch die tiefen Fahrgeleise, den fast grundlosen Koth mühsam hindurch schleppen.
Der Herr des Wagens empfand sichtlich Mitleiden mit dem braven Thiere, das, da seine stumme Bitte keine Erhörung fand, immer wieder unverdrosien vorwärts strebte, ohne daß es zum Antreiben der Sporen oder derPeitsche bedurft hätte. Er streichelte sanft und zärtlich den schönen Kopf des Rosses, klopfte ihm freundlich auf den schlanken Hals und sagte ihm mit den weichsten Tönen seiner sonst rauhen und barschen Stimme ermuthigende, schmeichelnde und selbst entschuldigende Worte.
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