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kommen werde, wo es ihnen vergönnt sei, die alte Schmach der Knechtschaft zu brechen, und den übermüthigen Feind in seine Grenzen, über den Rhein, zurückzutreiben. Auch Severin's Herz pochte, auch seine Augen blitzten, auch er schaute nach den Waffen des Vaters, die er sorgfältig aufbewahrt und in seiner Schlafkammer über das Bett gehangen hatte. Aber noch zögerte er, noch war der Ruf nicht ergangen, der das preußische Volk zu den Waffen, zu der Fahne seines KönigS berief. Daß aber dieser Ruf nicht mehr fern sei, das hoffte er mit Zuversicht, das er­wartete er mit Gewißheit, und hielt sich fertig und ge­rüstet, um jeden Augenblick bereit zu sein. Die Großmutter sah und merkte Alles, obgleich Severin, um sie nicht vor der Zeit zu betrüben, in tiefem Schweigen über seine Ab­sicht verharrte. Es schmerzte sie, ihren geliebten Enkel, das Kind ihres Sohnes, in Kampf und Gefahr ziehen lasten zu müssen, aber ihn zurückhalten zu wollen, das fiel ihr auch nicht einmal im Traume ein. Nein das Vater­land bedurfte jetzt jedes Armes, jedes Herzens! Severin mußte ihm seine Kraft weihen, und Gott, so hoffte, so betete sie, würde ja seine schützende Hand über den Jüng­ling breiten, damit er, ihre letzte Freude, ihr letzter Trost, ihr nicht auf immer entrissen würde.

Eines Tages kehrte Severin gegen Abend aus der nahen Stadt, wo er sich nach dem Stande der Angelegen­heiten erkundigt hatte, wie er in neuerer Zeit oft zu thun pflegte, nach seinem heimathlichen Dorfe zurück. Der Abend war grimmig kalt, aber dennoch von wunderbarer Schönheit. Die Sonne stand schon tief am Himmel, aber noch warf sie blitzende, funkelnde Streiflichter durch den Wald und seine entlaubten Zweige, welche im herrlichsten Schmucke des Winters erglänzten. Der dichte Nebel der vergangenen Tage war in Krystallen an jedes, auch das kleinste Zweiglein angeschlossen, und jedes Zweiglein spielte in glänzenden Blitzen, wo der Strahl der Sonne es traf, sodaß der ganze Wald wie mit Diamanten besäet schien. Severin pflegte sonst mit stiller Bewunderung diese Pracht des Winters zu betrachten heute aber ging er rasch