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um ihn zu retten. Der Unglückliche sträubte sich nicht länger. Ohnmächtig lehnte er sein Haupt an Severin's Schulter und erwachte erst wieder aus seiner Betäubung, als er sich im Hause Severin's befand, der sich, nebst seiner gütigen Großmutter, mit teilnehmender Sorgfalt bemühte, ihn zum Leben und zur Besinnung zurück zu rufen.
Der Arme schlug die Augen auf, warf einen scheuen, wilden Blick umher, lächelte aber dann, als er seine freundlichen Umgebungen erkannte, mit einem Ausdrucke von Erstaunen, Rührung und Dankbarkeit seine Wohlthäter an, welche diesen die vollständigste Genugthuung für ihr gutes und christliches Werk gewährte.
„Muth, mein Freund!" rief ihm Severin zu — „Ihre Leiden sind jetzt hoffentlich zu Ende, und von uns brauchen Sie nichts zu fürchten. Erholen Sie sich, essen Sie, trinken Sie, — hier ist Wein, er wird Ihnen wohlthun, denn wir haben ihn gewärmt! Trinken Sie, trinken Sie, mein Freund!"
Mehr noch, als durch das wärmende Getränk, schien der Franzose durch die Güte und Freundlichkeit erquickt zu werden, die ihm so wohlwollend entgegen kam. Seine thränenfeuchten, gerührten Blicke sprachen den innigen Dank aus, den er empfand, bis er sich so weit erholt hatte, daß er einzelne Worte stammeln konnte, die seine Empfindungen besser auszudrücken geeignet waren. Seine gänzlich geschwächte Kraft kehrte allmälig zurück; seine blauen Lippen und blassen Wangen rötheten, seine erloschenen Augen belebten sich wieder, und das Gefühl der Sicherheit und Behaglichkeit, was er seit vielen Wochen nicht empfunden haben mochte, erheiterte seine Züge auf wunderbare Weise, sodaß er jetzt ein ganz anderes Aussehen hatte, als vor einer Stunde im Walde draußen. Während er mit beredten Worten die Leiden und das grenzenlose Elend schilderte, dem er seit vielen Wochen hülflos und schutzlos preisgegeben gewesen, und dabei immer lebendiger und aufgeregter wurde, überflog auf einmal der Ausdruck des Erstaunens und der Ueberraschung Severin's Gesicht, und er war schon im Begriff, eine hastige Frage

