und zu der friedlichen Stille des kleinen Dorfes Hohen- bcrg zurückkehren, wo wir die alte Großmutter unseres braven Severin in einsamer Zurückgezogenhcit verlassen haben.
Es war an einem herrlichen Frühlingstage des Jahres 1814, da saß die ehrwürdige Frau in der schattigen Laube des kleinen Gartens, welcher unmittelbar hinter ihrem Hause lag, blickte in stillem Sinnen vor sich hin und dachte ohne Zweifel an den Jüngling, dessen liebes Bild ihr täglich und stündlich vorschwebte, seit er die Heimath verlassen hatte, um für die Freiheit und Ehre des Vaterlandes zu streiten, und wenn es sein mußte, das Leben zu opfern. Seit vielen Wochen hatte die Großmutter keinen Brief von Severin bekommen, und obgleich sie wohl wußte, daß er wohl kaum schuld daran sei, weil ja so viele Briefe bei den unruhigen Zeitläufen verloren gingen und nie an ihren Bestimmungsort gelangten, so wollte doch allmälig eine bange Ahnung ihr sorgendes Herz be- schleichcn, und gerade heute sehnte sie sich inniger und lebhafter als jemals nach irgend einem Zeichen des Lebens aus der Ferne.
Severin hatte früher getreulich Alles gemeldet, was für die geliebte Großmutter irgend von Jntereste sein konnte, und so war ihr denn auch nicht verschwiegen geblieben, daß er auf dem Schlachtfelde von Leipzig den alten Franz und seinen Schimmel gefunden und sich glücklich mit ihnen gerettet hatte.
„Welcher Zufall mir Ali zugeführt hat," schrieb er damals von Leipzig aus, „das ist schwer zu erklären. Jedenfalls war er das Eigenthum eines französischen Offiziers, der ihn während der Schlacht ritt und vermuthlich im Kampfe getödtet wurde, worauf dann das treue Thier in meine Hände siel und mir zur Entdeckung unseres Freundes verhalf. Was diesen anbetrifft, so hat Malleville, wie ich von Franz erfuhr, als ein redlicher Mann Wort gehalten, unserm Freunde gleich nach der Rückkunft in Frankreich durch sein Fürwort und seine Bekanntschaften zur Freiheit verholfen und ihn noch oben-

