28

wieder um, denn es lag mir bei Weilern mehr daran, das Schiff zu erreichen, wo ich etwas zu meinem Lebensunterhalte zu finden hoffle. Kurze Zeit nach Mittag war das Meer ganz ruhig und die Ebbe so niedrig, daß ich bis auf eine Viertelmeile zu dem Fahrzeug hingehen konnte. Dieser Anblick erneuerte meinen Schmerz, denn ich mußte mir sagen, daß, wenn wir Alle an Bord geblieben wären, die ganze Mann­schaft glücklich und ohne Schaden zu nehmen, aus Land gekommen sein und ich mich nicht, wie es jetzt der Fall war, alles Trostes und jeder Gesellschaft beraubt sehen mußte. Diese Betrachtungen preßten mir Thränen aus; allein, weil Thränen mir jetzt nichts nützten, so faßte ich den Entschluß, wo möglich das Schiff zu erreichen. Die Hitze war außerordentlich, ich zog einen Theil meiner Kleider aus und begab mich ins Waffer. Nachdem ich am Schiffe angelangt war, fand ich größere Schwierigkeit an Bord zu steigen, als ich erwartet hatte, denn da der Kiel auf der Bank aufsaß, so war das Verdeck sehr hoch über das Wasser emporgehoben, und ich hatte nichts bei der Hand, mit dessen Hülfe ich hätte hinaufkommen können. Ich schwamm zweimal um das Schiff herum, und das zweite Mal nahm ich das Ende eines Taues wahr, welches über das Vordertheil herabhing. Erstaunt, es nicht früher bemerkt zu haben, bemächtigte ich mich deffelben mit einiger Anstrengung und kletterte auf das Vorderkastell. Dort angekommen, sah ich, daß das Schiff aus den Fugen und viel Waffer im unteren Raume war, das aber, weil es auf dem abschüssigen Rande einer.Bank von festem Sande aufsaß, sein Hintertheil hoch emporstreckte, während das Vordertheil fast in das Meer einsank. Auf diese Weise war das Hinterkastell in gutem Zustande, und das, was ich darin fand, vom Waffer nicht berührt worden. Mein erster Gang war in die Brod­kammer, wo ich meine Taschen mit Schiffszwieback und Käse füllte, um zu gleicher Zeit zu essen und mich mit andern Dingen zu beschäftigen, da keine Zeit zu verlieren war. Wir hatten einen Hund und zwei Katzen an Bord, die mir sogleich nachliefen, besonders der Hund, der Hunger und Durst litt und mir außerordentlich schmeichelte. Es war mir eine sehr große Freude, lebendige Geschöpfe zu finden; ich gab ihnen sogleich zu freffen und zu saufen, und dann folgten sie mir auf allen Schritten nach. Als ich aus Land zurückfuhr, ließ ich die Katzen an