nur immer haben konnte, ihnen Spielzeug und Bücher gab, auch für gutes unb reichliches Essen und Trinken sorgte, was bei solchen kleinen Mädchen keine Nebensache zu sein pflegt; trotz dem fühlten sie sich aber doch sehr unglücklich, besonders beim Frühstück, wenn CaSpar zum Zählen seiner Hccrde kam und dabei verfängliche Reden führte von dem, was ihrer noch warte, wenn er sie seiner strengen Gebieterin übergeben haben werde, die ganz anders mit ihnen umspringen werde, alö seine alberne schwache Frau, die er nicht bewegen könne, sie zuweilen mit der Ruthe, oder mit Ohrfeigen zu traktircn, wenn sie das verdammte Heulen und Wehklagen nicht lassen wollten.
Wenn er dann so gesprochen und gedroht, weinten die armen Dinger bis sie keine Thränen mehr hatten. Agathe wurde bald der allgemeine Liebling; sie war älter und verständiger als die klebrigen und sah ein, daß hier mit Weinen und Klagen nichts auszurichten sei und daß nur Flucht sie vor dem unbekannten Schicksal, womit Caspar immer drohte, erretten könne. Aber wohin sollten diese armen Kinder fliehen, die wie Vogel im Käfig eingesperrt lebten und nicht einmal wußten, in welcher Richtung ihre Heimath lag, da sie Alle mit verbundenen Augen hergebracht worden waren. Agathe tröstete so gut sie cS vermochte, obgleich sie selbst nicht wußte, woher die Rettung kommen sollte. Sie meinte, wenn sie ihren Eltern nur auf irgend eine Art Nachricht von ihrem Aufenthalt geben könnte, so würden sie Alle bald erlöst werden; aber wer sollte den Brief zu ihnen tragen, da kein fremder Mensch in's HauS kam? Sie trug beständig ein Bricfchcn an ihre Mama in der Tasche, auf den Fall, daß sich ein Bote finden sollte, der aber leider ausblieb. Caspar verließ jeden Morgen das Haus, nachdem er cS sorgfältig von außen verschlossen und verriegelt hatte; auch wäre diese Vorsicht wahrscheinlich unnöthig gewesen, was den Besuch ^von fremden Menschen betraf: denn die Wohnung des bösen Mannes lag so einsam und fern von

