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jeder Landstraße, daß man auch nie einen Menschen vorübergehen sah, den man hätte anrufen und um Befreiung bitten können.

Vier Monate waren auf diese Weise verstrichen, zwei kleine acht- jäbrige Mädchen unterdessen noch hinzugekommen und nun fehlte nur noch eins, um das Dutzend voll zu machen. Wenn Caspar am Abend mit dem Wagen nach Hause kam (er fuhr jeden Morgen nach dem Frühstück fort und kehrte gewöhnlich erst spät zurück), lauschte Agathe immer ängstlich, ob er daS letzte Opfer mitgebracht; aber immer kehrte er jetzt leer heim und immer verdrießlicher wurde er darüber.

Eines Morgens, als seine gute Frau wegen Krankheit nicht auf­stehen konnte und Agathe als die Verständigste den Auftrag erhielt, das Frühstück zu besorgen, hörte sie den abscheulichen Caspar in der Schlafkammcr seiner Frau laut und heftig sprechen. Horchen war ihr immer als eine gemeine und schlechte Handlung von ihrer Mama bezeichnet worden, und sie hatte auch noch nie an einer Thür ge­lauscht. Jetzt aber, wo es darauf ankam, eines bösen Menschen Ab­sicht zu erfahren, glaubte sie Verzeihung vom lieben Gott für dieses Vergehen zu erhalten. Doch wie erschrak sie, als sie das kleine Ohr ans Schlüsselloch gelegt, ganz deutlich die Worte hörte:ES kann Alles nichts helfen ich habe der häßlichen Prinzessin Bam- bulla versprochen, ihr zwölf achtjährige Mädchen zu liefern und ich muß Wort halten, sonst läßt sie ihre Wuth an mir auS und wirft mich den wilden Thieren zum Abcndschmauß vor."

Agathe zitterte an allen Gliedern beim Anhören dieser fürchter­lichen Pein und hätte gern laut aufgeschrieen; allein sie bezwäng sich und verhielt sich still, um noch mehr zu erfahren. Was Mar­garethe hierauf erwiederte, konnte sie nicht verstehen, da sie ganz leise sprach; Caspar schien jedoch erzürnt über ihre Antwort zu sein, denn er stieß einen gottlosen Fluch aus, mit dem er nie sparsam