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trug auf der Faust den Falken, der bis jetzt fern treuer Gefährte ge­wesen war. Der Vogel erschien nicht mehr in der stolzen, gra­ziösen Stellung, die ihm früher eigen gewesen war; er saß nicht mehr fest und unbeweglich auf der Faust seines Herrn und die kleinen silbernen Glöckchcn, die an seinen Füßen hingen, schienen ihm so schwer zu sein, daß sie alle seine Bewegungen hemmten, denn auch er hatte, seitdem er in dem Hause der Dame Monika war, grausam Hunger gelitten. Das Bischen,Atzung, was Richard für ihn in seiner Jagdtasche bei sich gehabt hatte, war bald aufgezehrt worden und seit mehreren Tagen hatte er nur von einigen jener stärkenden Pillen gelebt, mit denen die Falkenjägcr immer versehen sind, um die Lebensgeister des Falken aufzureizen, ohne ihn zu sättigen. Doch diese Hülfsmittel waren unzureichend und der schöne Edelfalke würde binnen Kurzem vor Hunger gestorben sein, wenn er keine schleunige Hülfe erhalten hätte.

So schwach und hinfällig er aber auch war, hob er doch noch den Kopf in die Höhe, als er in den Bäumen über ihm das Ge- zwitscher der Sperlinge und der Schwalben hörte. Richard sah darin ein günstiges Zeichen, denn man hat ohne Zweifel schon errathen, daß er auf den Gedanken gekommen war, sich seines Falken zu be­dienen, um auf die vielen kleinen Vögel, die cS in dieser Gegend gab, Jagd zu machen. Es kam nur darauf an, ob der Falke noch kräftig genug sein würde, diese kleinen muntern Feinde noch in ihrem schnellen Fluge zu ereilen, und ob er sie, so verhungert wie er war, sie selbst verzehren werde, statt sie seinem Gebieter zu überbringen.

Die junge Baronin und Monika hatten endlich seinen Plan be­griffen, und eine auf die andere gestützt, näherten sie sich und setzten sich schweigend neben Richard auf den Rand dcS zerfallenen Brun­nens. Der Falkner schien es nicht einmal zu beachten, daß Klotilde neben ihm saß, ob ihm gleich vorzugsweise nur um ihretwillen so