ccllen; erwarten Sie bereits." — Die Freunde traten jetzt in's Zimmer. Ein alter Herr in Generalsuniform, das dünne graue Haar glatt anliegend, die Stellung ein wenig vorwärts gebückt, saß, mit dem Rücken nach der Thür gekehrt, an einem Tische, und schien einen vor ihm liegenden Planabschnitt genau zu durchmustern. Er war in tiefem Sinnen begriffen, denn die Eintretenden standen bereits mehrere Minuten, ohne von ihm bemerkt worden zu sein. Plötzlich stand der General vom Stuhle auf und kehrte sich nach ihnen um. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie sahen, daß ihr Tischgenossc und General Suwarow eine und dieselbe Person sei.
„Ei, da sind Sie ja!" rief er, ehe die Beiden noch dazu kommen konnten, ihre Meldung zu machen, mit einem sarkastischen Lächeln. „Und Sie haben sich nicht einmal Zeit genommen. Das ist viel. Sonst sind die Herren gewöhnlich der Meinung, wann man auch die Residenz verlassen habe, im Lager komme man allemal noch zu früh an."
„Fedor stammelte etwas von der Nothwendigkeit, die Pferde einige Minuten ruhen zu lassen, von der Unmöglichkeit weiter zu kommen."
Suwarow unterbrach ihn sogleich. „Lassen Sie es gut sein!" rief er. „Jeder nach seiner Weise. Ruhe muß der Mensch genießen. Ich habe auch heute Nacht fast drei Stunden geschlafen ; eine Stunde Mittagschläfchen dazu, macht vier. Ich bin nicht alle Tage so ein Langschläfer; zwei oder drittchalb sind auch hinreichend. — Doch genug! Sie kommen von Petersburg? Wie verließen Sie die Kaiserin, unsere ungebetene Monarchin? Sie war vor Kurzem kränklich."
„Sie ist es noch!" erwiederte Mazuchelli. „Doch waren wir so glücklich, sie am Abende vor unserer Abreise auf dem Balle zu sehen, und von ihr angeredet zu werden."

