ergriff, an das andere Ufer getrieben wurde und der dem Großwessir die Nachricht von dem Falle der Festung überbrachte.-
Ueber Haufen von Leichen, über brennende Balken, mitten durch ein Gewimmel jauchzender Soldaten, weinender Frauen, klagender Gefangener, ächzender Verwundeter, eilte Fedor nach dem Serail deS Pascha's, wo sich Suwarow befand.
Er traf den allen Feldherrn in dem Wohngemachc des Seraskiers auf- und abgehend. Der General war kalt und ruhig, gab ab- und zugehenden Adjutanten einige Befehle, dann sagte er zu unserm Bekannten: „Setzen Sie sich und schreiben Sie, ich will Ihnen eine Depesche dictircn."
Fedor blickte nach Schreibmaterialien umher. Ein Tintenfaß und ein türkisches Schrcibrohr lagen auf einem Divan.
Suwarow riß ein Blatt aus einem Portefeuille und dictirte: „ An die Kalserin!" — „Wir haben gewonnen und sind in Ismail."
„Gehen Sie jetzt!" sagte der Feldherr freundlich. „Sorgen Sie, daß die Gefangenen nicht mißhandelt noch ausgeplündert werden; dann ruhen Sie sich aus." —
Mit einer freundlichen Handbewegung entließ er den Jüngling. Fedor war hingerissen, er war entzückt von der Art und Weife des Generals. Erst so furchtbar im Kampfe, dann so großmüthig gegen die Ueberwundenen. —
Kaum hatte der General den jungen Mann entlassen, als dieser nach der Wohnung des alten Giorgios eilte, um zu sehen, was aus ihm und Anastasien geworden sei. Er fand das Mädchen ganz in Thränen aufgelöst bei der Leiche ihres Vaters. Eine platzende Bombe hatte den Alten vor der Thüre seiner Wohnung gctödtet. Anastasia war in Verzweiflung. Alles Glück der Erde, jeder Schutz, jede Zuflucht, sei mit dem Leben des Vaters für sie dahin, sagte sie. Außer einer Vcrwandtin, die in der Nähe von Braila, in einem von

