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lärm: tausend Bitten, Jammer- und Klagetöne drangen zu den Höhen dcö flammenden Himmels empor und zum höchsten Gölte Jupiter. Dieser schaute herab von seinem hohen Throne, gewahrte mit seinem leuchtenden Auge den Unfug, den ein unberufener Lenker dcö Sonnen Wagens angerichtet, hörte das inständige Flehen der Menschenkinder und beschloß, sie zu retten. Er schleuderte einen seiner zermalmenden Blitze auf den unfähigen Führer. Phaeton sank todt aus dem Wagen und Helios mußte nun die Rosse aus die rechte Bahn bringen, die sie seit jener Zeit nicht wieder verlassen haben. Der schwer bestrafte Phaeton stürzte vom Himmel herab in den Strom Eridanus, an dessen blumigen Usern liebliche Nymphen sein frühes Grab bereiteten. Ein naher Verwandter des Phaeton, der Fürst Cvcnus in Ligurien, betrübte sich maßlos über den Tod des geliebten Jünglings, daß ihn die unsterblichen Götter in einen Schwan verwandelten. Daher ist auch der Schwan, im Lateinischen Cycnus genannt, noch heutigen Tages ein offener Feind des Feuers und hält sich beständig im kühlen Elemente des Wassers auf. Noch untröstlicher waren die Hcliaden, die drei seinen Schwestern des verunglückten Jünglings. Tag und Nacht flössen ihre bittern und perlengleichen Thränen. Um ihrem Gram ein Ende zu machen, verwandelten die erbarmenden Gottheiten die liebenden Schwestern in grünprangende Bäume. Aber auch in dieser Gestalt weinten sie noch immer; ihre Thränen drangen gleich goldglänzendcm Harze durch die Rinde und sanken in den weichen Boden, wo sie im Laufe der Jahrhunderte versteinerten.
Derartige versteinerte Thränen sind seit den ältesten Zeiten indem Schoose der Erde und in dem Grunde des Meeres gefunden worden. Man nennt sie —- Bernstein. Jene Produkte, in ihrer gelbrothcn Farbe dem flammenden Sonnenstrahl entsprechend, sind also die versteinerten Thränen des harten Nordens, gleich wie man die köstlichen Diamanten die steinernen Thränen des Südens genannt hat.

