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6) SortimenlSstücke: die schönsten, größten und theuersten Bernsteinstückc, oft 10 — 12 und noch mehre Pfund schwer.
Die Bernsteindrechsler, die sich vorzüglich häufig zu Stolpe in Pommern finden, fertigen aus dem edlen Steine Dosen, Kästchen, Flöten, Peifenröhre, Mundstücke, Messergriffe, Rosenkränze, Kru- cifire und dergleichen, vorzüglich aber Bcrnstcinkorallen, welche auf der Drechselbank gedreht, mit Stecheisen verziert lind oft auf schwedischen Schleifsteinen geschliffen werden, damit sie Facetten erhalten. Um größere Sachen, wie z. B. Krukifire zu fertigen, seht der Künstler kleinere Stücken Bernstein zu einem Ganzen zusammen und bedient sich dazu eines Kittes von Leinöl, Maftir und Silbcrglätte. Schließlich wird das fertige Kunstwerk mit Kreide und Wasser polirt. Auch unreine Stücke weiß der Bernstcinarbeitcr wohl zu benutzen; er siedet sie klar in einem mit Sand gefüllten Topfe in heißer Asche, und dadurch werden die erdigen Theile ausgeschieden. Auch verstehen diese Leute die Kunst, den Bernstein zu färben. Der Abfall vom Drechseln lvird zu Räucherpulver und Firniß benutzt. Wie man falsche Perlen und unächte Edelsteine hat, so fertigt man auch falschen Bernstein, den der Unkundige nicht leicht vom ächten unterscheiden kann. Natürlich ist dieser nicht elektrisch und daher ziemlich werthlos.
Den Bernsteinfirniß gewinnt man auf folgende Weise: Man nimmt schönen, hellen Bernstein, verwandelt ihn in kleine Stücke, aber nicht zu Pulver, schmilzt ihn langsam tit einem irdenen Gefäße, rührt ihn um und gießt so viel erwärmtes Terpentinöl darauf, daß er Syropsdicke erhält. Auf glühenden Kohlen läßt man ihn dann wieder aufwallen, gießt noch mehr Terpentinöl dazu, so wie die übrigen zum Firniß bestimmten Materialien. Der auf diese Art erhaltene Firniß muß so stark sein, daß Tropfen davon, die man auf Glas

