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die heiligen Räume durchdrängen , da wurde auch seine Empfindung mächtig und seine ganze Seele gerührt, so daß er Thränen vergoß. Wie wenig auch sonst der gute Organist das Orgclspicl verstand , so war es doch Wilhelm unmöglich, seinen Sohn davon abzubringen, nach beendigtem Gottesdienste den Organisten und seine Orgel zn sehen. Heinrich sah sie und der Organist spielte, ihm zu gefallen, ein besonderes Stück und das ist wol auch das erste und letzte Mal gewesen, daß in der Florenburger Kirche eines Bauerjungen wegen eine solche Ausnahme gemacht worden ist.

Als sie aus der Kirche kamen, führte Wilhelm seinen Sohn an das Grab seiner Mutter , das Heinrich bis jetzt noch nicht besucht hatte. Heinrich wünschte die irdischen Ucberreste seiner Mutter zu sehen, da das aber nicht geschehen konnte, so setzte er sich aus den Grabeshügel, pflückte einige Herbstblumen und Kräuter von demselben, steckte sie in seine Knopflöcher und ging dann fort.

Der alte Stilling bemerkte die eingetretene Beruhigung seines Wilhelm und all' das Gute und Liebe an ihm und Heinrich mit innigem Wohlgefallen und wurde dadurch noch mehr aufgeheitert, ja fast verjüngt.

Als er einst im Frühlinge eines Montags früh in den Wald zu seiner Arbeit gehen wollte, bat er Wilhelm, ihm seinen Enkel mit­zugeben. Dieser ließ es gern zu und Heinrich freute sich gar sehr über diese Wanderung. Als sie den Giller hinauf gingen, sagte der Großvater:Heinrich, erzähle mir doch eine schöne Geschichte! Ich höre so gern alte Historien und beim Erzählen wird uns auch Beidcil der Weg und die Zeit nicht lang."

Heinrich erzählte sehr umständlich und mit der größten Freude eine längere Geschichte, welche er kurz zuvor in einem Buche gelesen und die ihm besonders gefallen hatte. Vater Stilling stellte sich, als ob er über die, ihm aber schon längst bekannte, Geschichte ganz er-