staunt wäre und als ob er sie in allen Umständen für wahr hielte. TieS mußte aber auch geschehen, wenn man den Heinrich nicht ärgern wollte, denn er glaubte an die Wahrheit dieser und aller ähnlichen Erzählungen so fest, wie an das Wort in der Bibel. Der Ort, wo Vater Stilling Kohlen brannte, war drei Stunden von Tiefenbach entfernt und man ging bis dahin beständig im Walde. Heinrich fand auf diesem ganzen Wege lauter Neues und Schönes. Eine recht düstere Maibuche, die er in einiger Entfernung vor sich sah, machte mit ihrem grünen Lichte und Schatten einen großen Eindruck aus ihn. Sie gelangten endlich auf einer ziemlich bedeutenden An höhe zum Arbeitsplätze. Die mit dichtem Rasen bedeckte Köhlerhütte fiel Heinrich zuerst in die Augen °, er kroch schnell hinein und war im höchsten Grade vergnügt, als er das einfache Lager von Moos und die Feuerstätte zwischen zwei rohen Steinen entdeckte. Während der Zeit nun, daß der Großvater arbeitete, ging er im Walde herum und betrachtete alle Schönheiten der Natur; Alles war ihm neu und er­schien ihm unaussprechlich reizend. An einem Abende, ehe sie deS andern Tages wieder nach Hause zurückkehren wollten, saßen sie vor der Hütte, da eben die Sonne untergegangen war.Großvater!" sagte Heinrich,wenn ich in den Büchern lese, daß die Helden so weit haben zurück rechnen können, da wünsche ich, daß ich auch wüßte, wer meine Voreltern gewesen sind. Wer weiß, ob wir nicht auch von einem Fürsten oder von sonst einem großen Herren abstammen's Die Vorfahren meiner Mutter sind alle Prediger gewesen, aber von den Eurigen weiß ich noch nichts; ich will sie mir alle aufschreiben, wenn Ihr sie mir nennt."

Vater Stilling lächelte und antwortete:Wir kommen wol schwer lich von einem Fürsten oder von sonst einem großen Herren her, mein Sohn; das ist mir aber auch ganz einerlei und Du mußt Dir das auch nicht geradezu wünschen. Deine Vorfahren sind alle ehrbare,

Lichtbilder. I. g