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Rein, Gott bewahre uns!" erwiederte Eberhard,nehmt mir'S darum nicht übel; Euer Vater war ja auch nur ein Wollenweber und verstand auch kein Latein, und doch sagten die Leute, er sei ein braver Mann gewesen. Hört, lieber Herr Pastor! ein ehrlicher Mann liebt Gott und seinen Nächsten, er thut recht und scheuet Nie- mand, er ist fleißig, sorgt für sich und die Seinigen, damit sie Brot haben mögen. Warum thut er doch das Alles?"

Das thut er, weil cS recht und billig ist, daß er's thut."

Zürnt nicht, lieber Herr Pastor! daß ich Euch widerspreche: er thut's darum, damit er hier und dort Freude haben möge." Aber antworte Du doch, Wilhelm! was sagst denn Du dazu?"

Mich dünkt, wenn ich auch wüßte, woher ich die Kosten nehmen soll, so würde ich den Jungen schon hüten, daß er mir nicht zu latei­nisch würde. Er sollte dann in den müssigen Stunden wie zeither immer noch Knöpfe fertigen und mir nähen helfen, bis man sieht, was Gott aus ihm machen will."

Das gefällt mir nicht übel, Wilhelm!" sagte Vater Stilling, so rath' ich auch. Der Junge hat einen guten Kops, etwas zu lernen : Gott hat ihm diesen Kopf nicht umsonst gegeben , laß ihn daher lernen, was er kann und was er. will, gieb ihm zuweilen Zeit dazu, aber nicht zuviel, sonst gewöhnt er sich ans Müssiggehen und lernt auch nicht so fleißig;,wenn er aber brav bei dem Handwerke gearbeitet hat und verlangt dann sehr nach den Büchern, so laß ihn eine Stunde lesen, das ist genug. Nur sorge, daß er ein Handwerk rechtschaffen erlernt, so hat er Brot genug bis zu der Zeit, wo er sein Latein gebrauchen kann und ein Herr wird."

Hm, hm! ein Herr wird," fiel der Pastor ein:er soll eben kein Herr werden, er soll mir ein Dorfschulmeister werden, und da ist's gut, wenn er etwas Latein versteht. Ihr Bauersleute meint