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dem Vater und dem Großvater von dem Jungen redete lind zuletzt Beiden vorschlug, Heinrich Latein lernen zu lassen. „Wir haben ja zu Florenburg einen guten lateinischen Schulmeister," sagte der Pastor, „schickt ihn nur hin, es wird Euch gewiß nur wenig kosten."
Der alte Stilling saß am Tische und saute an einem Spänchcn, wie er zu thun pflegte, wenn ihm Sachen von Wichtigkeit im Kopfe herumgingen. Wilhelm legte den eisernen Fingerhut auf den Tisch, schlug die Arme über einander und dachte ebenfalls über die Sache weiter nach. Margarethe hatte die Hände aus dem Schoose gefaltet in einander gelegt, knickelte aber nach ihrer Gewohnheit mit den Daumen gegen einander, sah unverwandt nach der Stubenthür uird überlegte den Vorschlag auch. Heinrich aber saß, seine schon früher erwähnte, aus verschiedenen Tuchstücken zusammengesetzte Mütze in der Hand haltend, auf einem kleinen Stuhle und überlegte nicht, sondern hoffte und wünschte nur. Pastor Stollbcin saß in einem Lchnstuhle, eine Hand auf den Knopf seines großen Rohrstockcs gelegt, die andere in die Seite gestemmt, und wartete auf den Ausgang der ganzen Sache. Lange schwiegen sie Alle. Endlich aber sagte der alte Stilling: „Run Wilhelm! es ist Dein Kind, was meinst Du?"
„Vater, ich weiß nicht, woher ich die Kosten bestreiten soll."
„Ist das Deine schwerste Sorge, Wilhelm? Gicbt'S nicht eine noch viel größere? — Wird Dir Dein lateinisch gewordener Junge auch wirklich dann noch Freude machen? Dieses laß vor allen Dingen Deine Sorge sein!
„Ach, was Freude!" sagte der Pastor, „soll etwas Rechtes aus ihm werden, so muß er Latein lernen, wo nicht, so bleibt er unwissend wie" —
„Wie seine Eltern," setzte der alte Stilling ergänzend hinzu.
„Ich glaube, Ihr wollt mich foppen?" entgegnete der Pastor empfindlich und etwas heftig.

