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AbenvS seltne er sich wieder daheim satt essen. „So kann der Junge früh nach Florenburg in die Schule gehen," sagte sie, „und des Abends wiederkommen. Der Sommer ist ja nahe vor der Thüre und den Winter sieht man, wie man's macht."
Nun war es bestimmt und so wurde es auch.
Um diese Zeit ging eine große Veränderung in Stillings Hause vor: die drei ältesten Töchter verheiratheten sich nämlich nach auswärts und so machten nun Eberhard und seine Margarethe, sein Sohn Wilhelm, seine Tochter Marie und sein Enkel Heinrich die ganze liebe Familie aus. Jetzt beschloß auch Eberhard, das Kohlen brennen aufzugeben und bloß seiner Feldwirthschaft zu leben.
Die Tiefenbacher Dorfschulstelle wurde bald darauf frei; jeder Bauer dachte an Wilhelm Stilling, um ihn zum Schulmeister zu wählen. Man trug ihm die Stelle an und er nahm sie ohne Widerwillen. So gab Wilhelm sein seit Dortchens Tode geführtes Einsiedlerleben auf und ward nun Schulmeister in Tiesenbach. Er verwaltete dieses Amt mit Treue und Eifer und kam dabei zu der Ueberzeugung, daß es Gott nicht mißfallen könne, wenn er auf diese Weise mit seinem Pfunde wuchere und seinem Nächsten diene.
Bon dieser Zeit an ging auch Heinrich in die lateinische Schule und man kann sich's nicht vorstellen, was für ein Aufsehen er unter den andern Schulknaben damit machte. Bis jetzt war er nur in dem Hause und Hofe seines Großvaters bekannt gewesen und war noch nie unter andere Menschen gekommen, seine Reden waren daher immer ungewöhnlich und wenig Menschen verstanden, was er wollte; keine jugendlichen Spiele, wonach die Knaben sich doch so sehr sehnen, rührten ihn, er ging an ihnen vorbei und sah sie nicht. Der lateinische Schulmeister Wieland aber bemerkte bald seinen fähigen Kopf und seinen großen Fleiß, daher ließ er ihn ungeplagt, und da er sahe, daß ihm das langweilige Auswendiglernen unmöglich war,

