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so befreite er ihn davon. Heinrich hatte sich die Methode, nach welcher er das Lateinische lernen wollte, selbst erfunden und er blieb ihr getreu, da sie sich für ihn als eine sehr Vortheilhafte herausstellte. Er machte es nämlich so: Er nahm einen lateinischen Tert her, schlug die einzelnen Wörter desselben im Wörterbuche auf und da fand er, außer der eigentlichen Bedeutung, angegeben, was für ein Theil der Rede jedes Wort war; er suchte ferner die Muster der Abweichungen in der Grammatik auf und durch aufmerksames Vergleichen lernte er sie richtig anwenden. Andere sinnreiche Kunstgriffe wollen wir übergehen. Durch diese Methode fand sein Geist bald Nahrung in den besten latei nischen Schriftstellern mrd die Sprache selbst lernte er in Verhältniß mäßig kurzer Zeit hinlänglich lesen, schreiben und verstehen. Was aber sein größtes Vergnügen ausmachte, das war eine kleine Biblio thck des Schulmeisters, die er ganz nach Belieben benutzen konnte. Sobald nun Nachmittags die Schule geschlossen war, machte er sich auf den Weg nach Tiefenbach und las im Gehen in einem der Biblio tbek seines Lehrers entnommenen Buche. Der Weg führte ihn durch grüne Wiesen, Wälder und Gebüsche bergauf und ab, und die reine, wahre Natur um ihn her machte den tiefsten Eindruck auf sein offenes Herz. Am Abende kamen dann unsre fünf guten Leute zusammen, sie speisten mit einander und sprachen während des Essens und nach demselben ihre Gedanken gegenseitig aus. Besonders gern erzählte Heinrich von Dem, was er unterwegs in seinem Buche gelesen hatte, worüber sich Alle, Margarethe nicht ausgenommen, ungemein erfreuten, sogar sein ernster Vater hatte Freude daran und laS das Erzählte wol selbst Sonntags Nachmittags durch, wenn er nach dem alten Schlosse spazieren ging.
Heinrichs Lateinlernen ging vortrefflich von statten, so daß er kleine lateinische Erzählungen lesen und verstehen konnte und andere, in deutscher Sprache geschriebene, lateinisch wiederzugeben im Stande

