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Handlungsweise so gerührt, daß er dem guten Pastor gar nichts ant Worten konnte, sondern still mit ihm ging.
Der Herr Pastor Brück und seine Frau unterhielten sich mit Stillingen aufs Freundlichste, erfuhren dabei seine ganze Lebens- und Leidensgeschichte, trösteten ihn, so viel es in ihren Kräften stand, und ließen ihn erst am Abende nach Hause gehen.
Wie ein kühler, erquickender Thau waren die Trostcsworle des Pfarrers auf die brennende Seele des guten Stilling gefallen, so daß er den Worten: „Gott will Sie durch diese Trübsal nur prüfen und im Guten befestigen und wird Sie gewiß recht bald aus dieser traurigen Lage befreien!" vollen Glauben schenkte. — Wie sehr kann nicht schon ein gutes Wort aus gutem Herzen den Lcidendcir in seiner Trübsal aufrichten und erfreuen!
12 .
Und der Tag der Erlösung kam und des Freundes prophetisches Wort ging in Erfüllung! —
Es war am 12. April 1762, den Tag hat Stilling nie vergessen — er stand noch mit denselben Sorgen auf, mit denen er sich am Abende zuvor schlafen gelegt hatte, ging wie gewöhnlich hinunter, um Kaffee zu trinken, und fing dann seinen Unterricht an. Da plötzlich um neun Uhr, als er noch am Tische in seinem „Gesang nisse" saß und eben, da er auf einige Zeit allein war, seinen Leiden nachdenken wollte, trat eine Veränderung seines ganzen inneren Zu standcS ein : alle Schmerzen und aller Kummer waren verschwunden und in seiner Seele wohnten Wonne und Frieden, so daß er vor Freude und Seligkeit nicht zu bleiben wußte. Er besann sich aber und wurde gewahr, daß er sich, ohne es noch selbst zu wissen, entschlossen hatte, Hochbergs Haus zu verlassen, und in demselben Augenblicke auch stand er auf, ging in seine Schlafkammer, vergoß dort

