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So sehr sich auch Stilling die Zeit daher bei seiner Schneiderei eingebildet hatte, vergnügt zu sein, so war doch immer noch in seiner Seele eine ungestimmtc Saite geblieben, die er nicht ohne eine Art von Mißvergnügen berühren durfte. Sobald ihm nämlich einfiel, was er in der Mathematik und in anderen Wissenschaften bereits gelernt und gelesen hatte, that es ihm sehr wehe, zu sehen, daß das Alles so vergraben und unbenutzt liegen bleiben sollte; darum warb es ihm nun eigentlich erst recht wohl, als er einmal Herrn Spanier zugesagt hatte, daß er wieder in sein Licblingöelement kommen sollte.
Jsaak gönnte ihm zwar von ganzem Herzen sein Glück, allein es that ihm doch in der Seele leid, daß er ihn jetzt schon verlieren sollte; Srillingcn schmerzte es ebenfalls sehr, daß er von dem rechtschaffensten Manne in der Welt und von dem besten Freunde, den er je gehabt hatte, Abschied nehmen sollte, um so mehr, als er ja die von Meister Jsaak erhaltene Kleidung und Wäsche noch nicht abgearbeitet hatte. Er redete deswegen mit Herrn Spanier und erzählte ihm, was Meister Jsaak an ihm gethan hatte. Spaniern traten dabei vor Rührung die Thränen in die Augen und er sagte: „Der vortreffliche Mann! dasür soll er aber auch, so lange ich lebe, nie Mangel leiden!" Nun gab er Stillingcn einige Goldstücke mit dem Bemerken, den Meister Jsaak davon zu bezahlen und mit dem klebrigen sonstige Bedürfnisse zu befriedigen; wenn daS Geld zu Ende sei, sollte er mehr von ihm bekommen, nur sollte er ihm dann Alles genau berechnen und angeben, wozu er daö Geld verwendet hätte.
Stilling bezahlte nun sogleich den Meister Jsaak, wobei ihm dieser gestand, daß er wirklich aus seine eigene Rechnung alle Kleider für ihn geborgt hatte. Daö ging Stillingcn durchs Herz, er konnte sich der Thränen nicht enthalten und dachte bei sich selbst: „Wenn jemals ein Mann ein marmornes Denkmal verdient hat, so ift'S dieser; nicht darum, daß er ganze Völker glücklich gemacht hat, sondern

