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der Verschiedenheit im kirchlichen Bekenntnisse eine wahre und feste Freundschaft bestanden habe.
Diesen Brief zeigte Johann Srilling seinen Vetter mit den Worten: „Lest diesen Brief, Better! ich bin zwar anfangs gegen Euer Vorhaben gewesen, nun aber habe ich nichts mehr dagegen einzuwenden, denn ich sehe, Gott will es so haben."
Johann Stilling antwortete in der freundlichsten und dankbarsten Weise und empfahl dem ehrwürdigen Greise seinen Vetter Heinrich aufs Beste. Mit diesem Antwortschreiben wanderte schon am andern Morgen Stilling nach dem Städtchen, in welchem Molitor wohnte. Dieser empfing ihn aufs Herzlichste, erkundigte sich genau nach allen seinen Verhältnissen und nach seinem Vorhaben und zeigte ihm, da Stilling den ganzen Tag bei ihm bleiben mußte, sein niedliches Laboratorium, seine bequem eingerichtete Augenapolhcke und seine kleine Bibliothek. „Dies Alles," sagte Molitor, „will ich Ihnen in meinem Testamente vermachen."
Am folgenden Morgen erhielt Stilling das geschriebene Buch, doch mustte er versprechen, es für sich abzuschreiben und das ursprüngliche Heft wieder zurückzubringen, auch das abgeschriebene stets so gut zu verwahren, daß eö Niemand finden könne. Außerdem schenkte Molitor Stillingen noch verschiedene andere Bücher, welche dieser in seinen Reisesack packte. Beim Abschiede begleitete Molitor Stil- lingen bis vor das Thor der Stadt, sah dann auf gen Himmel, ergriff Stillings rechte Hand und sagte: „Der Herr, der Heilige und Allgegenwärtige, mache durch seinen Geist Sie zum besten Menschen, zum besten Christen und zum besten Arzte!" hierauf küßten sie sich und schieden von einander.
Stilling dankte Gott dafür, daß er mit einem solchen Menschenfreunde in Verbindung gekommen war. Da er zehn Stunden zurückzulegen und schwer zu tragen hatte, so kam er erst cm Abende im

