I. Der

ES sitzen zu Wien im r .hersaal

Die Fürsten und Helden in reicher Zahl.

Sie haben entsetzt die bange Stadt,

Nach der so gelüstet den Heiden hat.

Und als nun zu Ende das reiche Mahl, Und freudig geleeret der Siegspokal,

Spricht Einer:Genug nun mit Sang und Klang,

Nun sagt, wer die beste Beute errang?"

Entgegnet ein Pole:Des Sultan« Gold Hab' ich mir aus. seinem Zelte geholt."

Ein Lothringer drauf:Sein stolzes Panier Erkämpft' ich mit blutigem Degen mir."

Ein Wiener sodann:Manch reiches Gewand Entriß ich dem Flücht'gen mit dieser Hand."

Ein Andrer:Gewaffen, so Helm als Speer Errang ich und derlei Gezeugs noch mehr."

Ein Fünfter:Ich wählte in aller Eil' Kameele und Pferde zu meinem Theil."

Sieger.

So wußte ein Jeder nach feiner Art Zu sagen, was ihm für 'ne Beute ward.

Nur Einer im Kreise der Sieger saß,

Der über die Andern das Wort vergaß.

Wie stumm doch, Herr Bischof? bekennt auch ihr,

Mich dünkt, ihr errangt das Geringste schier."

Herr Kolonitsch, also der Bischof hieß, Entgegnet mit Lächeln:Eins ist gewiß,

Was ihr auch erlangt durch des Heiden Flucht,

Nach meiner Beute hat keiner gesucht."

Und doch ist'« daS Köstlichste in der That, Was einer erobert vom Schlachtfeld hat."

Drauf winkt er den Dienern, aufthut sich das Thor,

Da dränget ein Heer sich von Kindern hervor,

Von Knaben und Mägdlein, so zart und hold, Die Wangen wie Röslein, die Locken wie Gold.

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