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arbeiten von früh bis in die Nacht. So mußte das arme Kind auch zwei Mal des Tages an eine Quelle gehen und frisches Wasser holen. Die Quelle aber lag eine gute halbe Stunde vom Hause entfernt, und der Krug mit dem sie Wasser schöpfen mußte, war groß und schwer.

Eines Tages, als sie eben bei der Quelle stand, kam eine arme alte Frau auf sie zu gehumpelt, und bat um Gottes willen, Röschen möchte ihr doch ein wenig zu trinken geben.

Recht gern, mein Mütterchen," sagte das gute Mädchen, und schwenkte sogleich ihren Krug rein. Dann schöpfte sie von dem Wasser, wo es am Klarsten war, und reichte es der Alten hin, indem sie zugleich den Krug hielt, damit sie ohne Beschwerde möge trinken können. Als das alte Mütterchen sich satt getrunken hatte, da sagte es:

Du bist ein gutes, schönes und frommes Kind, und weil du so freundlich gegen mich gewesen bist, will ich dir auch Etwas schenken. Ich schenke dir, daß bei jedem Worte, welches du sprichst, eine Blume und ein köstlicher Edelstein aus deinem Munde fallen soll." f

Als Röschen das hörte, wunderte sie sich sehr, denn sie wußte nicht, daß die Alte eine gute Fee war, welche um ihr gutes Herz zu prüfen, sich in Gestalt einer Bauer­frau dem Brunnen genähert hatte. Nachdenklich ging sie nach Hause und wurde von ihrer Stiefmutter mit Schmäh- reden und Scheltworten empfangen, weil sie sich so lange am Brunnen verweilt hätte.

Verzeiht mir, liebe Mutter, es soll nicht wieder geschehen," antwortete Röschen, und siehe da, indem