Aschenbrödel.
Es war einmal ein reicher Mann, dem wurde seine Frau krank. Und als diese merkte, daß sie bald sterben werde, da ließ sie ihr einziges Töchterchen zu sich kommen, ermähnte es zur Frömmigkeit und Gottesfurcht, und machte dann die Augen zu und war todt. Da weinte das arme Mädchen viele Tage und Wochen; der Vater aber heirathete eine andere Frau. Seine vorige Gemahlin war voll lauter Güte und Sanftmuth gewesen, die jetzige dagegen war sehr hochmüthig und hartherzig und stolz, und ihre zwei Töchter, die sie mitbrachte, glichen ihr in allen Stücken. Hierauf achtete jedoch der reiche Mann nicht, denn die Frau brachte ihm viel Geld und Gut mit in's Haus, und das war ihm lieber, als alles Andere.
Als nun die Hochzeit gefeiert war und die Stiefmutter ankam , da zeigte sie sehr bald ihr böses Gemüth. Obgleich ihre Stieftochter sanft und freundlich zu ihr war, konnte sie dieselbe doch nicht ausstehen, weil ihre Schönheit und Tugend ihre eigenen Töchter zu sehr in Schatten stellte, lind so wie sie in's Haus trat, sagte sie:

