30

aller erdenklichen Schönheit geschmückt hat. Nie in mei­nem Leben habe ich so viele Anmuth gesehen, als bei Euch."

Ach Ihr scherzt, mein Prinz," erwiederte die Prin­zessin, und schwieg wieder, ohne weiter ein Wort heraus­bringen zu können.

O nein, ich bin weit entfernt, zu scherzen," sagte Richard lebhaft.Schönheit ist gewiß eine köst­liche Himmelsgabe, und wer sich ihrer erfreuen kann, braucht sich um nichts Anderes mehr zu kümmern oder zu gramen."

Ach," antwortete die Prinzessin seufzend,ich möchte lieber häßlich und klug sein, wie Ihr, als Schönheit besitzen und dabei der Weisheit entbeh­ren. Ich armes Ding bin gar zu thöricht und unwis­send!"

Ich für meinen Theil," sagte der Prinz hierauf, habe immer sagen hören, daß der am meisten Verstand habe, der sich den wenigsten zutraut."

Ach, das weiß ich nicht," entgegnete die Prinzessin. Ich weiß nur, daß ich recht herzlich dumm bin, und mich von ganzer Seele darüber betrübe."

Ei, mein schönes Fräulein," sprach Richard,wenn Euch weiter nichts Kummer macht, dann kann ich Eurem Schmerze ein baldiges Ende machen."

Wie wolltet Ihr das vollbringen?" fragte die Prinzessin.

Durch die Macht, welche mir von einer gütigen Fee verliehen ist," antwortete der Prinz.Wen ich am Meisten lieb habe, dem kann ich eine Fülle von Weisheit verleihen, und wenn Ihr mich zu Eurem Gemahle an-'