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nehmen wollt, so sollt Ihr alsbald mit Witz und Scharfsinn versehen sein." —
Als die Prinzessin dieß hörte, war sie sehr bestürzt und vermochte kein Wort zu erwidern.
„Ich sehe wohl," fuhr Richard fort, „daß Euch mein Vorschlag wenig behagt, und ich wundere mich darüber nicht. Uebrigens will ich Euch ein ganzes Jahr Zeit zum Ueberlegen geben." —
Da die Prinzessin nur wenig Verstand besaß und doch so gerne recht viel haben mochte, so meinte sie, das Ende dieses Jahres würde niemals kommen, und versprach dem Prinzen, sich mit ihm zu vermählen, sobald das Jahr verflossen sein würde. Und kaum hatte sie dies Versprechen gegeben, so fuhr plötzlich ein ganz neuer Geist in sie. In ihrem Köpfchen wurde es licht und hell, und mit einer Leichtigkeit, von der sie vormals keine Ahnung gehabt hatte, vermochte sie die anmuthigsten Dinge von der Welt zu sagen. Sie plauderte mit Richard so fein und geistreich, sie scherzte so lieblich und reizend, daß Richard ganz erstaunt glaubte, er habe ihr mehr Verstand gegeben, als er selber besaß. Als sie dann endlich in den Palast zurückkehrte, wußte der ganze Hofstaat gar nicht, was er von einer so schnellen und plötzlichen Veränderung. glauben sollte; denn hatten die Hofleute vormals Nichts als Thorheiten und dummes Zeug von der Prinzessin vernommen, so hörten sie jetzt zu ihrem Erstaunen Nichts als Worte voll Witz und Weisheit aus ihrem Munde.
Alle freuten sich über diesen glücklichen Wechsel, und nur die jüngere Prinzessin war betrübt darüber; denn da sie ihre schöne Schwester nun nicht mehr an

