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trauten sie sich nicht, und der kleine Däumling legte sein Ohr an die Thür und lauschte. Da hörte er, wie die Mutter sagte:
„Ach Gott, ach Gott, wo mögen seht unsere Kinderchen sein? Gewiß hat sie der böse Wolf schon aufge- ftesien, und wir sehen sie niemals wieder!"
„Ja," sprach der Vater, „wenn wir gewußt hätten, daß der Edelmann vom Schlosse uns zehn Thaler schenken würde, da hätten wir die Kleinen nun und nimmermehr von uns gelassen!"
„Ach Gott, ach Gott!" sagte die Mutter wieder, „nun haben wir Fleisch und Brot und Alles, und nur das Beste fehlt uns. Wären doch unsere sieben Kinderchen wieder da!"
Als der Däumling das hörte, da konnte er sich nicht länger halten, sondern sprang fröhlich -in die Stube hinein und rief: „Hier sind wir, Mütterchen, und wenn du Fleisch und Brot hast, so gib es her, denn wir sind allesammt erschrecklich hungrig!"
Und so wie er, sprangen auch die sechs andern Kleinen in die Stube und jubelten laut, und die Eltern schloffen sie in ihre Arme und dankten Gott, daß er die armen Kleinen so gnädiglich geführt und gehütet hatte. Sie setzten sich alle mit einander um den Tisch herum, auf welchem eine volle Fleischschüffel dampfte und ließen es sich schmecken nach Herzenslust. Es schmeckte ihnen Allen aber ganz vortrefflich, besonders der Mutter, die vor Freude, ihre Kinder wieder zu haben, sich kaum zu fassen wußte.
Die Freude dauerte so lange, wie die zehn Thaler dauerten. Als aber das Geld alle war und der böse Hunger wieder einzog in die Hütte, da wurde der Vater

