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Darauf entgegnen der Butt:Geh' nur hin, sie ist's schon." Und als der Mann nach Hause kam, fand er eine Menge Soldaten, Pauker und Tronipeter vor dem Schlosse und drinnen saß eine Frau aus einem hohen Throne von Gold und Diamanten. Auf dem Kopfe trug sie eine goldne Krone und auf beiden Seiten neben ihr standen sechs Jungfrauen, von denen jede immer einen Kopf kleiner >var als die andere. Nachdem der Mann eine Weile die Herrlichkeit angesehen hatte, rief er aus:Frau, was läßt das schön, daß Du Königin bist, nun wollen wir auch nichts mehr wünschen."

Nein, nein," versetzte die Frau,mir ist die Geschichte schon langweilig genug. Königin würd' ich, allein nun will ich auch Kaiserin sein."

Aber Frau, wozu Kaiser werden? Dem Butt möcht' ich das nicht sagen," meinte der Mann; die Frau aber befahl ihm, er solle auf der Stelle hingehen. Das that er denn auch, aber mit großer Bekümmerniß, und indem er einmal ums andere vor sich hin sagte:Das kann kein gutes Ende nehmen und der Butt muß das Ding überdrüssig werden."

Wie er aus Meer kam, sah es ganz schwarz und trübe aus und der Wind heulte, daß Einem bange werden konnte. Er trat indessen doch hin und rief den Butt, der auch kam, und als er gehört hatte, daß die Frau Kaiserin werden wollte, sagte er:Geh' nur hin, sie ists schon."

Hurtig ging der Mann nach Hause und fand seine Frau auf einem gewaltig hohen Throne, der aus einem Stücke Gold war. Sie trug eine goldene Krone, welche zwei Ellen hoch war und zu beiden Seiten standen zwei gewal­tige Riesen, neben ihnen aber Trabanten, jeder immer einen Kopf kleiner als der andere, bis endlich der Kleinste nur so groß wie ein Daumen war. Eine Menge Fürsten, Grafen und Ritter- waren in den Prachtsälen versammelt, und der Plann hatte gar nicht Augen genug für all' die Herrlichkeit.Frau," hob er endlich an,nun bist Du Kaiserin. Ach, was das schön läßt!"

Mann," versetzte die Unersättliche,was gaffst Du mich an? Geh' auf der Stelle zum Butt, denn ich muß heute noch Papst werden."

Nein, Frau," antwortete der Mann,zum Papst kann Dich der Butt nicht machen, das giebt ei« Unglück;" allein die Frau ließ ihm keine Ruhe, bis er ging. Er zitterte aber dabei an allen Gliedern und es war ihm entsetzlich bange. Das Meer brauste und tobte, der Wind heulte fürchterlich, der Himmel war ringsum pechschwarz; mit Angst und Schrecken rief der Mann den Butt und sagte ihm, daß seine Frau Papst werden wolle.

Geh' nur hin," sagte der Butt,sie ist es schon." Und als der Mann heim kam, sah er seine Frau auf einem Throne sitzen, der war über eine Meile hoch, neben ihr brannten drei Reihen Kerzen, von denen die größten wie Kirch- thürme dick waren und die kleinste nicht größer als ein Lichtchen auf den Christbäumen, und ringsum waren Eartinäle, Bischöfe und geist­liche Herren ohne Zahl. Staunend schaute der Mann diese neue Herrlichkeit an und sagte endlich:Nun, Frau, nun bist Du Papst! Ach, was das schön läßt! Aber nun sei auch zufrieden, denn nun kannst Du nichts mehr werden."

Das wollen wir noch sehen," sagte die Frau und ging zu Bette. Aber die Unersätt­liche konnte kein Auge zuthun und dachte was sie etwa noch werden könnte. Darüber kam der Morgen heran und die Sonne ging auf. Flugs fiel ihr der frevelhafte Gedanke ein, sie wolle auch die Sonne und die Sterne aufgehen und Sturm und Regen entstehen lassen.

Hurtig tvccktc sie ihren Mann und trieb ihn an, zum Butt zu gehen, weil sie tverden wolle wie der liebe Gott.

Der Mann kreuzte und segnete sich über diese Bermesicnheit und fiel vor Schrecken aus dem Bette.Frau," .stammelte er,geh' in Dich und bleibe Papst." Die aber sagte:Nein, ich habe keine ruhige Minute, wenn ich nicht werde ivie der liebe Gott und Sonne und Mond auf­gehen lassen kann."

Ach, Frau," entgegnete der bekümmerte Mann,Kaiser und Papst kann der Butt machen, aber das kann er nicht." Die Frau aber schrie und sah ihn dazu recht grimmig an: Ich will werden wie der liebe Gott, geh auf der Stelle zum Butt."