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Seit ein Zeichen, worauf er sogleich hinaufgezogen wird. Der Stein, welchen der Taucher beim Auffahren zurückläßt, wird dann auch hinaufgcwnnden. Das Tauchen ist sehr anstrengend, und doch machen diese Menschen an einem Tag 40 bis 50 Sprünge ins Meer und bringen jedesmal etwa 100 Muscheln herauf. Die größte Gefahr bringen die Haifische, vor denen die Taucher eine besondere Furcht haben. Es besteht daher der Gebrauch, daß die Taucher, bevor sie an die Arbeit gehen, ihre Priester und Zauberer um Rath fragen und sich allen Ceremonien unterwerfen, welche diese ihnen vorschreiben. Die Zauberer stehen daher vom frühesten Morgen an bis zum Nachmittag, wo die Boote zurückkommen, am Ufer und murmeln unter Verdrehung ihres Körpers allerlei Gebete her, welche die Gefahr für die Taucher entfernen oder die Haie „binden" sollen. Dabei müssen sie sich aber, damit der Zauber wirksam sei, jeder Nahrung enthalten. Um sich indessen zu ihren anstrengenden Uebungen zu stärken, trinken sie Palmbranntwein, Toddy genannt, welchen sie zuweilen in solchem Maße zu sich nehmen, daß sie während ihrer Andacht kaum
auf den Beinen stehen können. Die Hauptsache ist, daß die Taucher durch ihre Zauberer mehr Muth bekommen, °daher auch gern gesehen wird, wenn sie sich dazu verstehen, auf den Booten zuin Fang mit auszuführen. Dies thun sie übrigens gewöhnlich nur in der Absicht, um gelegentlich eine kostbare Perle zu entwenden. Ein einziger Hai reicht hin, sämmtlichen Tauchern, welche sich sogleich untereinander die Nachricht mittheilen, den Muth zu benehmen, für ven Rest des Tages ihre Arbeit fortzusetzen. Sobald die Muscheln aus den Böten ausgeladen sind, werden sie in Erdlöcher gelegt, auf deren Boden man Platten ausgebreitet hat, und der Verwesung überlassen, wodurch ein unerträglicher Geruch am ganzen Ufer verbreitet wird. Die Muscheln öffnen sich beim Tode des Thieres von selbst, und die Perlen fallen heraus. Beim Aufsammeln der Perlen wird durch die Taschenspieler, Tänzerund Diebe, welche sich bei dieser Gelegenheit zahlreich einfinden, mancher Unterschleif begangen. Im Jahre 1833 ergab die Perlenfischerei auf Ceylon einen Ertrag von 25,000 Pfd. Sterling, wobei ein Vierthcil nicht mitgerechnet ist, welches den 1200 Tauchern zukam.
Drittes Bild.
Die Pi'ite»musches.
Die Perlenmuschel gehört zu den Weichthie- ren. Das Thier lebt zwischen zwei Schalen, welche inwendig glatt und perlmuttcrfarbig, auswendig schuppig und grünlich grau sind. Die Muschel» können einen Fuß groß werden. Die Schalen liefern die Perlenmutter, woraus allerlei zierliche Dinge geschnitten und gedrechselt werden. An der innern Seite der Schale, oder auch in dem Thiere selbst, finden sich tropfen- artige Auswüchse, welche man als Perlen hoch schätzt und theuer verkauft. Nach neueren Forschungen soll die Perle dadurch entstehen, daß das Thier ein Sandkorn öder kleines Stein-
chen, welches zwischen die Schalen gerieth, mit einem Saft umgiebt, der nach und nach erhärtet. Wenigstens behauptet man, daß mitten in jeder Perle ein solches Körperchen sich nachweisen lasse.
Die Perlenfischer selbst gewinnen sehr wenig bei ihrem Geschäft und die Taucher, welche die gefährlichste Arbeit dabei haben, verdienen nur ihren Lebensunterhalt. Das Thier in der Perlenmuschel wird nicht gegessen. Die Perlen, welche man nur durchbohren kann, so lange sie noch weich sind, daher es sehr bald nach dem Fang geschehen muß, haben jetzt den Werth nicht mehr,
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