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froh. Heute haben wir mit der FrageWas ist Freund­schaft?" das Thema zu einer schriftlichen Ausarbeitung btfonv men, das heißt, wir Aelteren; die zweite Classr nimmt nur zu­weilen Thcil daran. Eine solche Aufgabe bringt stets einen aufregenden Sturm zu Wege, entweder des Beifalls, oder des Mißvergnügens. Bei diesem Thema waltete das Letztere vor. Was läßt sich darüber sagen? Freundschaft ist Freundschaft, weiter weiß ich nichts; das ist ja langweilig!" Einige tobten, Andere lachten, noch Andere grübelten, und nur Henriette war völlig befriedigt.O," sagte sie mir,wenn Du empfindest wie ich, mußt Du doch wissen, was Freundschaft ist. Ich weiß es so gut, und bin froh, mich aussprechen zu können." Aufrichtig gesagt, bin ich ein wenig verlegen; nur Gefühle! das wird so leicht schwülstig.

Etwas war mir heute sehr auffällig; Henriette hat mir bisher ein englisches Buch geliehen, welches ich nicht besitze und zu meinen Ausarbeitungen bedarf. Heute schlug sie es mir ab.Brauchst Du cs selber?" fragte ich.Nein, aber es leidet bei dem täglichen Gebrauch." Das verdroß mich, denn ich gehe so gut damit um,Du bist aber doch meine Freun­din," entgegnete ich.Freilich, aber mein Buch und meine Freundschaft find zwei sehr verschiedene Dinge; Freundschaft kann nicht abgenutzt werden."

Malwina, welche gegenwärtig war, reichte mir schweigend ihr Buch und nickte freundlich dazu. Ich küßte sie, ich konnte nicht anders, es beschämte mich, daß eben sie, welche von Allen zurückgeseht wird, so hülfreich war. Sie schnitt, wie sie stets thut, entsetzliche Grimassen, als sie mich wieder küßte, aber ich