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Edelsitz sich versammelte, zu welcher Karl ausdrücklich eingeladen wurde. Er kehrte zu Nacht nicht zurück, wie Sophie gehofft datte; auch erhielt sie keine Nachricht von ihm, die sein Ausbleiben erklärte. Am nächsten Morgen ging sie zur Kirche (jedoch nicht in Begleitung ihres Vaters, der über Unpäßlichkeit klagte), und sie hoffte, sie werde ihren Mann vielleicht in der Kirche treffen, und er werde dann mit ihr nach Hause geben; zu ihrer größten Ucberraschung und Bekümmerniß war er aber nicht dort. Einige Personen von der Familie ihres Schwagers trafen sie nach der Kirche. Eine von diesen, eine ältliche Dame von nicht sehr großem Zartgefühl und rauher Art zu sprechen, fragte sie, „ob sie es schon wisse?" — „Nun, was denn?" fragte Sophie. — „DaßIhr Mann gestern zu Bette getragen werden mußte; ich hoffe, Sie haben doch nicht auf ihn gewartet?" Sophie bat mit solchem Ernst um eine nähere Erklärung der Sache, und schien so angegriffen über diese, daß die Damefortfuhr: „Liebe Madame, nehmen Sie die Sache nicht so ernsthaft, Ihr Herr Gemahl ist sonst ein gar guterMann und dergleichen kommt ja bei den Herren beinahe alle Tajc vor; es wäre mir wirklich sehr leid, wenn ich Ihnen durch mein Gerede einigen Kummer verursacht hätte."
Sophie suchte den Ausdruck von Kummer zu verbergen, dessen sie sich nicht erwehren konnte; sie nahm Abschied, ohne auf die letzte Bemerkung der Dame weiter zu hören, und eilte fort, um allein zu seyn und ihren Gefühlen freien Lauf lassen zu können. Statt daher den kürzesten Weg nach Hause einzuschlagen, wandte sie sich nach einer von ihr sehr geliebten Wiese, welche zwischen dem Hause ihres Vaters und

