Erstes Kapitel.
In einem lieblichen Thale von Altengland stand einstens ein kleines artiges Wohnhaus von sehr einfacher Bauart, welches nebst einem fruchtbaren Landgute von mäßigem Umfang mehrere Jahrhunderte lang einer sehr achtbaren Familie, Namens Falconer, gehört hatte.
Au der Aeit, in welcher die hier erzählte Geschichte beginnt, war der Besitzer dieses Gutes ein ältlicher Mann, ein Witlwer mit einer einzigen, ungefähr zwanzig Jahre alten Tochter, auf deren Erziehung er alles verwendet hatte, was nur in seinen Kräften stand. Ihre Erziehung trug auch die schönsten Früchte. Sophie, so hieß das Mädchen, war bald durch ihre Liebenswürdigkeit und ihre nicht gewöhnlichen Vorzüge ein Gegenstand der Achtung und Liebe für die ganze Nachbarschaft.
Unter den Hausfreunden des Herrn Falconer befand sich unterAnderen der jüngste Sohn des Lords Lindleton, welcher auf der andern Seite des Flusses aufdem Gipfel eilies waldigen, gegen das Ufer des Flusses abfallenden Hügels wohnte. Der Sohn dieses Herrn, Karl Lindleton, hatte Sophien von Kindheit guf gekannt, da ihre Väter sich häufig besuchten. Als er herangewachsen war, zeigte sich in seinem Charakter mehr, als man nach der fahrlässigen Erziehung,

