mahlin und Kindern an den Rhein, den Kaiser zu besuchen, und ließ sich in der Kirche zu Jngelheim taufen; auch wurden mehrere Kir- chenversammlungen dort gehalten. Kaiser Friedrich der Erste ließ den Palast wieder herstellen, und Carl der Vierte war der letzte sich daselbst aufhaltende Kaiser. Ein leiser Ausruf des Bedauerns, die­sen merkwürdigen Ort nur aus der Ferne im flüchtigen Vorüberfah- ren zu sehen, entfuhr dem wißbegierigen Theodor; doch eingedenk, daß ihm der Vater scbon in Mainz baldige Neue über die zu frühe Dampfschifffahrt prophezeit, verwandelte sich seine Klage in einen tiefen Seufzer. Als sie nun aber an dem langen Flecken Winkel (vini cela), woselbst die Römer ihr Weinlager für die Truppen hatten, vorüber kamen und den herrlichen Johannisberg erblickten, von dem alle Anwesenden erzählten, daß er unstreitig einer der se- henswerthesten Punkte des Rheingau's sei: da brachen die Kinder unwillkührlich in laute Klagen aus, und verwünschten ihre Unge­duld. Er erhebt sich sanft in Terrassen, an welchen Reben empor­steigen, bis zum weißen Schloß aus dem Gipfel. Schräg gegen­über, am linken Ufer, thront als Gegenstück die ebenfalls weiße Rochuscapelle, wie denn überhaupt fast alle Gebäude in dieser Ge­gend weiß sind, wodurch die Landschaft ein sehr freundliches Ansehen gewinnt. Der Johannis- oder Bischofsberg war ursprünglich eine Probstei, wurde 1t30 zur Abtei erhoben, später zerstört und was noch übrig blieb, im dreißigjährigen Krieg von den Schweden ver­wüstet. Dann kam der Berg 1641 durch Verpfändung an den Rcichspfennigsmeister Hubert von Bleymann. 1716 trat Fulda in das Pfandschqftsrecht. Nun wurde das Schloß aus den Ruinen wieder aufgebaut, und die Cultur des Weins hob sich beträchtlich. 1816 erhielt Fürst Metternich die schöne Besitzung als Lehn von sei­nem Monarchen, den Kaiser von Oesterreich, und erfreut sich ihrer noch heutigen Tags.