Das Stammschloß unserer Vorfahren," sagte Theodor mit ei­nem sehnsüchtigen Blick dahin.

Wo aber niemals ein Rheinstein aus unserer Familie gehaust hat," entgegnete der Freiherr,weshalb ich es im eigentlichen Sinn links liegen lassen wollte. Wenn Ihr jedoch großes Verlangen dar­nach tragt, wollen wir einen Besuch dort abstatten."

Mit Freuden ergriffen die Kinder den Vorschlag, das schöne, dem Prinzen Friedrich von Preußen gehörende, von ihm neu restau- rirte alte, wohlcrhaltene Schloß in Augenschein zu nehmen; beson­ders da der Schiffer erzählte, daß kein vornehmer Fremder vorüber zu fahren pflege. Es ist mit Meubles aus dem Mittelalter versehen, und vom Prinzen für sich und seine Gemahlin ganz gewöhnlich ein­gerichtet worden. Unsern jungen Freunden gefiel es so gut in der Burg Rheinstein, daß der patriotische Theodor selbst meinte, sie mit Fahrenbach vertauschen zu wollen, und seine Geschwister ihn lachend um Erlaubniß baten, einige Sommermonate hier zubringen zu dür­fen. Der Freiherr mußte wie immer zum Abzug treiben.

In dem schmalen Wisperthal, das sich wie eine enge Kluft zwischen hohen Felsen windet, liegt rechts der Flecken Lorch mit den Resten der Burg Fürsteneck auf der Höhe. Diesen Punkt nennt man die eigentliche Grenze des Rheingau's. Der Ort, einer der ältesten am Rhein, wo auch der erste rothe Wein gebaut wurde, ist in das Wisperthal hincingebaut. Ueber demselben erhebt sich der Kedrich, eine steile Bergwand, von der Carl zu erzählen wußte, daß Ritter Gilgen von Lorch hinaufgeritten sei, seine dort von einem Räuber festgehaltene Geliebte zu befreien, welches kühne Unternehmen vor ihm schon mancher Ritter mit dem Leben gebüßt, er aber, frei-

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lingshaufen, angeblich römischen Ursprungs und früher trajani ca- strum genannt. Ueber demselben erhebt sich die Ruine Falkenburg, etwas seitwärts eine zweite, Königstein oder Rheinstein.