ein bedeutender Steinbruch dort zu finden. Kaiser Heinrich V. zer­störte die Wolkenburg nebst Drachensels und Rolandseck.

Nun mögt Ihr Euch an dem, was Ihr vom Siebengebirge in der Nähe gesehen, genügen, und die übrigen Merkwürdigkeiten von Herrn Müller erzählen lassen," sagte der Freiherr,wenn Ihr nicht das noch schönere Godesberg aufgeben wollt."

Die Ruinen dieses berühmten römischen CastellS dursten nicht vorübergegangen werden, und so ergaben sich die Kinder ohne Wi­derrede,' nachdem ihnen der Führer'noch die merkwürdigsten Punkte aus der Ferne gezeigt und mancherlei erklärt hatte. Außer den Stein­brüchen befinden sich auch in der Höhe von Honncf einige Blei- und Kupfergruben. Unter den Felsartcn des Siebengebirgs ist der soge­nannte Trachyt mit den häufig cingewachsenen Crystallcn von glasi­gen Fcldspath der interessanteste.

Rechts an Königswinter vorbei, wo die Steine meiflentheilS be- hauen und von da nach Bonn, Cöln, Düsseldorf und noch weiter geführt werden, fuhren unsere Reisenden nun dem lieblichen Godes­berg zu. In Königswinter endigt das eigentliche, bei Bingen be­ginnende Rheinthal. Die Berge weichen zu beiden Seiten tiefer zurück, der Strom erweitert sein Bett und zieht sich an volkreichen Städten vorüber. Links erscheint das große, freundliche Dorf Mch- lem, berühmt als Geburtsort einer der vorzüglichsten altrheinischen Maler, Jan von Mehlem, in dessen Nähe der Rodenberg, ein aus­gebrannter Vulkan; zugleich tritt Godesberg mit seinen herrlichen Rui­nen hervor. In Plittcrsdorf, einem hart am Rhein liegenden Flecken, stehen immer Wagen bereit, die hier landenden Gaste nach dem Badeort Godesberg zu bringen. Dieses große Dorf oder kleine Städtchen ist weniger berühmt wegen der Heilkräfte seines, unter den Namen Draitschcrquelle bekannten Mineralwassers, als wegen der unmuthigen Lage, der schönen Anlagen, der vortrefflichen Gast-