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klagend oder tadelnd darüber auslaßt. Dasselbe gilt von dein feuchten und nebligen, dem Ausländer höchst ungesund erscheinendem Clima. Ucberhaupt vertragen sie keine mißbilligende Bemerkungen über holländische Gegenstände, und sind von ihrer Unübertrcfflichkeit in allen Stücken überzeugt. Dabei aber im höchsten Grade ^gutmüthig, ehrlich und rechtlich. Erwerbfleiß ist Grundzug des holländischen Charakters, womit er jedoch Muth, Unerschrockenheit und Sinn für Unabhängigkeit und Freiheit verbindet; und sind ihm Geiz und Engherzigkeit auch nicht ganz abzustreiten, so ist bic Wohlthätigkeit dagegen eine beliebte Tugend. Im Privatleben zeigt sich der Holländer kälter und langsamer als andere Nationen; man kann in der größten Gesellschaft sein, ohne ein lebhaftes Gespräch zu hören. Besonders still geht es in den Caffechäusern zu; hier wird geraucht, Caffee oder Thee getrunken; dabei sind alle Fenster fest zugemacht, es herrscht eine schreckliche Hitze und dicke Luft, und beständig steht Feuer auf dem Tisch, um die Pfeife anzuzünden. Rauchen ,st ein Lieblingsgcschast des Holländers, an dem sogar die Frauen der niedern Classen Theil nehmen. Schrittschuhlaufcn ist aber seine Leidenschaft; und je strenger der Winter, je fester das Eis, desto lebhafter und feuriger der Läufer. Selbst der dickste, unbeholfenste Körper erhält auf dem Eise eine gewisse Elasticität und Fremde, die dieses Schauspiel zum ersten Mal mit ansehen, glauben zu träumen. Carl wäre gar zu gern bis zum Winter in Amsterdam geblieben, um die wohlbeleibten Holländer Schrittschuh laufen zu sehen, und Mariechen malte sich das Schauspiel aus, wenn sie in Wildschuren eingehüllt, eine Nachtmütze unter dem dreieckigen Hut über beide Ohren gezogen, pfeilschnell auf den Canälcn dahin flögen. „Das muß ein Anblick für Götter sein!" rief der Freiherr, als sie das Bild entworfen. Die unzähligen glänzenden Kaufläden, mit den schönsten Südfrüchten, prächtig aufgeputzten Fruchtgewölbe, geben der Stadt ein groß-

