) Synagoge, Versammlung auch Judenschule. Der Ort, wo die ^uoen sich am Sabbath und den Fasten versammeln, ihre Gebete zu ver» richten und freie Vortrage über ihre Religion zu hören.
**) Oberrabiner, Vorsteher oder Äeltester, Lehrer des jüdischen Ge- setzeS oder Vorsteher einer jüdischen Schule.
***) Tribüne, erhabener Ort, von welchem man sich andern zeigt, voer Reden hält.
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der Anfang gemacht, deren schön gearbeitete hölzerne Canzcl sehr ft* henswerth ist, wie auch das Gitter am Chor von gelbem Kupfer und mehrere gemalte Kirchenfenster. Die Wölbung ist wie in den meisten holländischen Kirchen von Holz, und große Balken ziehen sich horizontal durch die ganze Lange des Gebäudes. Von da ging es zum Gottesdienst in die Synagoge *) der portugiesischen Juden, die zwei andere der deutschen Judenschaft an Größe, Umfang und innerer Pracht übertrifft. Sie traten durch ein hohes Portal in einen geräumigen, von Häusern umgebenen Vorhof, worin theils die Oberrabiner **) wohnen, theils die israelitische Jugend ihren Unterricht erhält. Eine von 12 Säulen getragene Gallcrie umgibt ein großes Bassin, in welches sich Jeder, ehe er das Innere der Synagoge betritt, die Hände wäscht. Bonifaz machte die Bemerkung, daß es wohl dazu gehören müsse, recht viel abzuwaschen zu haben, indem er Hände darin eintauchen sehen, die dem Anschein nach die ganze Woche nicht in Berührung mir Wasser und Seife gekommen. Nicht weit von der Hauptthür erhebt sich sine Tribüne ***), deren 4 Ecken große silberne Armleuchter schmücken. Dieß ist der Standort des Vorsängers, Sitz des Oberrabiners und der übrigen Beamten. Den andern Raum nehmen Banke und Pulte für die Männer ein; die Frauen befinden sich in den von beiden Seiten laufenden vergitterten Emporkirchcn. Ganz abgesondert, an der Morgenseile ist das Heiligthum, worin in einen, fünffach getheilten Schrank von kost-

