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wie ungegründet auch nur die leiseste Vermuthung dieses Glaubens, würde es doch eine vergeblich Arbeit sein, einem Holländer den Irrwahn benehmen zu wollen, daß Costcr in Harlem gelebt, die Buchdruckerkunst daselbst erfunden, und durch Faust oder Guttenberg bestohlen worden sei. Auf dem Markt, vor seinem angeblichen Hause, steht seine marmorne Statue, und in einem andern Hause, jetzt noch Sitz einer großen Druckerei, hebt man einen Theil der ersten Drucke auf. Daß ein Mann dieses Namens im Jahre 1370 oder 71 als angesehener Bürger in Harlem existirt hat, geht aus dem Stadtregister hervor. Er tritt 1417 zuerst als Offizier der dor­tigen Bürgergarde, 1418 als Mitglied des großen Raths auf, in welchem er abwechselnd die Aemter eines Schoppen und eines Schatz­meisters verwaltet; 1421 endlich als Küster der großen Parochial- kirche zu Harlem, was damals eine bedeutende Würde war. Aller Wahrscheinlichkeit nach starb er 1439 an einer Seuche, da 1440 sei­ner Wittwe erwähnt wird. Ueber 100 Jahr später, in der Mitte des löten Jahrhundert, zeigen sich die ersten Spuren einer Volks­sage, nach welcher der Stadt Harlem die Erfindung der Buch- druckcrkunst beigelegt wird. Darin heißt es, daß Costcr auf seinen Spaziergängen im benachbarten Stadtholz zum Zeitvertreib Buch­staben in Baumrinde geschnitzt, dann diese Versuche bis auf ganze Zeilen ausgedehnt, und endlich gewagt, volle Seiten in Holztafeln zu schneiden, worauf er ^um Guß bleierner oder zinnerner Buchsta­ben geschritten. Diese seien ihm aber später durch seinen Gehülfen, einem gewissen Johann, nebst dem ganzen Druckapparat in einer Weihnachtsnacht entwendet worden, welcher damit erst nach Amster­dam und von da nach Cöln und Mainz entflohen.

Unsere aufgeklärten kleinen Reisenden betrachteten diese angeb­lichen Beweise mit ironischem Lächeln, enthielten sich jedoch auf Herrn Möllers ausdrücklichem Befehl aller patriotischen Bemerkungen