) Quai, Kai oder Damm.
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Platzregen auf die Reisenden hcrnicdcrstürzt. Erschrocken blicken sie in die Höhe; es kömmt ihnen zwar dunkel vor, aber diese Dunkelheit ist Folge der hohen Häuser, und der kleine Streif Himmel darüber ist hell und blau. Noch haben sie sich von ihrem Entsetzen nicht erholt, als ein zweiter, noch heftigerer Guß erfolgt, den ein scherzendes Gelächter begleitet. Jetzt erhebt Herr Müller entrüstet den Blick, und gewahrt zwei dienende Zofen in den beiden einander- gcgenüberstehenden Häusern, die mit Druckpumpen bewaffnet, ihren Häusern gegenseitig den Liebesdienst erweisen, deren Aussenseiten von Staub und Unrath zu befreien. Die Dirne links beschießt das Haus rechts; die rechte das linke Haus, und beide Ströme kehren, nachdem sie ihre Pflicht gethan, auf unsere sauber gekleideten Reisenden zurück. Der so unfreiwillig gewaschene Mentor laßt nun seinen Zorn in deutschen Worten freien Lauf. Da kömmt eiligst die jüngste der Dienerinnen angstvollen Blicks, mehrere Handtücher unter den Arm, zum Hause heraus, und wischt mit geschäftiger Hand die unglücklichen Reisenden ab, indem sie ihnen auf gut holländisch demonstrirt, daß dieser Tag (Sonnabend) der allgemeine Waschtag aller Häuser in Rotterdam sei, an dem sich Niemand ohne Regenschirm durch solch ein schmales Gaßchen wagen dürfe. Mit dieser Lektion kehrten die Begossenen in ihr Hotel zurück, und mußten sich von dem Frei- hcrrn über ihr nasses Abcnrhcuer noch tüchtig auslachen und verspotten lassen. Jetzt begriffen sie erst, warum ihnen hier, und auch schon in manchen andern holländischen Städten so viele Menschen bei Hellem Himmel mit Regenschirmen begegnet waren.
Die nächste Wanderung wurde gemeinsam angetreten. Ein Theil der Stadt hat sehr breite Straßen, schöne Quais*) mit herrlichen Linden besetzt und prachtvolle, oft 6 bis 6 Stock hohe Häuser.

