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genommen worden, schritt der Freiherr zur Besichtigung des Nath-- hauscs und der Hauptkirche. Ersteres ist ein höchst merkwürdiges Gebäude aus dem löten Jahrhundert, mit vier schlanken, durchbrochenen Thürmen und einer künstlichen Gallerie. Es hat 3 Stockwerk mit 28 großen Fenstern, und ist ganz aus Stein erbaut. Das Innere dient zu verschiedenen Zwecken und enthalt außerdem eine sehr große Bildergallerie, in welcher viel Schätzenswertes, aber auch viel Mittelmäßiges zu finden. Der Dom, ein schönes Werk aus dem Mittclalter, zeichnet sich besonders durch eine sehr kunstreich in Holz geschnitzte Canzel aus. Ein hübscher Spaziergang um die Stadt beschloß den Tag, und sehr ermüdet kehrten unsere Reisenden spät am Abend in ihr Wirthshaus zurück. Im ersten Schlaf begriffen, schreckte sie ein entsetzlicher Feuerlärm bald wieder auf. Die Männer kleideten sich schnell an, geboten den Kindern ruhig im Gasthof zu bleiben, und schloffen sich dem immer mehr und mehr wachsenden Menschenhaufen an. Endlich war der Brandplatz erreicht, eine enge Straße mit hohen Häusern. An rettenden Händen, Feuerspritzen und zweckmäßigen Anordnungen fehlte es hier nicht; wohl aber an unternehmenden, keine Gefahr scheuenden, thätigen Helfern. Alles war um ein hohes, brennendes Haus beschäftigt, deffen Treppen schon in vollen Flammen standen. Die Bewohner der ersten und zweiten Etage hatten sich glücklich gerettet; Niemand aber einer armen Wittwe und ihrer vier Kinder im dritten Stock gedacht, die in einem Hinterstübchen, im tiefen Schlaf begraben, nicht eher erwacht waren, bis das Feuer schon die Treppe ergriffen. Weinend und händeringend blickte die trostlose Mutter zum Fenster hinaus, die Untenstehenden um Barmherzigkeit anflehend. Kein Mensch wagte die brennende Treppe zu betreten; selbst die kühnsten Studenten erklärten Rettung hier für unmöglich, da keine Feuerleiter bis in diese Höhe hinaufreichte. Da ergriff Bonifaz mit starker Hand zwei

